Nach aufregenden zweieinhalb Wochen neigte sich unsere Japanreise schon wieder dem Ende zu. Für unseren letzten Ausflug entschieden wir uns erneut für einen Besuch bei den Bahnhofskatzen der Kishigawa-Line ( hier könnt ihr alles dazu erfahren  ). Die Fahrt ins Hinterland von Wakayama hat mittlerweile schon etwas Heimeliges und Vertrautes. Also nahmen wir gern den Weg von Osaka auf uns und fanden uns an dem kleinen Bahnsteig wieder, der uns per Rumpelbahn nach Kishi bringen sollte. Leider dieses Mal nicht im Katzenzug, denn der war an diesem Tag im Depot. Das war für uns glücklicherweise nicht schlimm, denn wir konnten ja schon zweimal mit dem Tama-Densha fahren. (Um Enttäuschungen zu vermeiden, lohnt sich aber immer ein vorheriger Blick auf die Fahrpläne der verschiedenen Züge und die Arbeitstage der Katzen!)
 


Leider ist Tama, die erste Stationmaster-Katze, in der Zwischenzeit verstorben. Daran erinnert ein liebevoll gestalteter Schrein am Bahnhof, der auch mir die Tränen in die Augen trieb. Zu Tamas Begräbnis waren gut 3000 Menschen gekommen, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Nach ihrem Tod erhielt sie nicht nur den Ehrentitel "Honorary Eternal Stationmaster", sondern wurde auch in den Götterstatus erhoben. Mir gefällt der Gedanke, dass sie immernoch über den Bahnhof wacht.


Ansonsten war am Katzenbahnhof fast alles noch beim Alten. Tamas Nachfolgerin Nitama (übersetzt "Tama 2") hatte an diesem Tag frei, also vertrieb ich mir die Zeit im Souvenirladen und mit der Fotogelegenheit in Schaffneruniform.




Da wir an diesem Tag aber doch noch eine Katze sehen wollten, stiegen wir wieder in den Zug, um in Idakiso Halt zu machen. An diesem Bahnhof "arbeitet" nämlich Lehrlingskatze Yontama (Tama 4), die ich bis jetzt noch nicht kennenlernen durfte. 

(Und falls ihr euch fragt, wo Tama 3 steckt, die ist Mitarbeiterin der PR-Abteilung der Kishigawa Line in Okayama.)


Im Zug hing diese süße Nekoatsume-Werbung für eine Promoaktion anlässlich des Kinostarts des zum Spiel gehörigen Films. Leider startete sie erst nach unserer Abreise!

Wenn ihr genau hinseht, könnt ihr hinten in der Halle den Tamazug sehen.
Yontama <3
Neben dem tierischen Bahnhofsvorsteher gehört beim Stopp in Idakiso auch immer ein kurzer Spaziergang zum nahegelegenen Schrein dazu. Leider hatte auch hier die Kirschblüte schon ihren Höhepunkt überschritten. Ich war ein wenig traurig, dass wir dafür alle Reisestationen entweder zu früh oder zu spät erreicht hatten. Auch das Wetter war vor allem gegen Ende des Urlaubs sehr durchwachsen.


An diesem letzten Tag erbarmte sich dann aber doch noch irgendein Gott, denn kaum zurück in Wakayama, riss der Himmel plötzlich auf und die Sonne kam zum ersten Mal seit Tagen länger als zwei Minuten heraus. Ausgerechnet Google verhalf uns dann auch noch zum erhofften Hanami: In Japan zeigt Google Maps im Frühling nämlich die besten Kirschblüten-Spots der Umgebung an. Angeregt dadurch fuhren wir nur wenige Stationen weiter nach Kimiidera, wo wir nach einem kurzen Aufstieg zum Tempelgelände die Sakura-Bäume in voller Pracht erleben konnten. Einen besseren Abschluss der Reise hätte es wirklich nicht geben können!







Ach ja: Über die größte stehende Holzstatue Japans sind wir dort auch noch durch Zufall gestolpert. 12 Meter ist hoch die buddhistische Heiligenfigur und ziemlich beeindruckend!



Damit kommt nun auch mein Reisebericht ziemlich genau ein Jahr nach der Reise zu einem Ende. Ich bin schon wieder ganz wehmütig und würde am liebsten gleich das nächste Flugzeug besteigen. Der nächste Japantrip steht zwar noch in den Sternen, aber eins ist sicher: Die Dinge, die ich noch sehen und erleben will, werden mir in diesem Land wohl nie ausgehen!