Heute möchte ich 5 Tipps zur Hand geben, mit denen eure Bilder sowohl auf die Schnelle als auch langfristig besser aussehen. Und nein, die Anweisung "üben, üben, üben" ist nicht darunter ;)


Grundgerüst 

Ein Haus baut man nicht ohne einen Plan. Auch beim Zeichnen lohnt es sich, nicht gleich blind drauf los zu werkeln. Mini-Skizzen helfen, eine Komposition auszutesten, vereinfachte Strichmännchen stellen das einhalten von Proportionen sicher und Vorskizzen garantieren, dass am Ende auch alles aufs Bild passt.

Referenzen 

Es soll Leute geben, die es als Schummeln ansehen, wenn man nicht alles aus dem Kopf zeichnen kann. Doch selbst die besten Künstler nutzen Referenzmaterial als Inspiration oder Hilfestellung, um ihre Zeichnungen überzeugender zu gestalten. Es ist keine Schande, eine Vorlage für Gegenstände, Kleidungsstücke, Posen, Hände oder Haare zu benötigen. In diesen Skizzenbuchtipps habe ich schon einmal vorgestellt, wo ich Vorlagen zum Zeichnen von Menschen finde.

Lässt sich die 100% passende Vorlage nicht ausfindig machen, kann man sie ganz einfach selber fotografieren fragt nicht, wie viele Fotos von mir in komischen Verrenkungen existieren, auf denen ich Haushaltsgegenstände zweckentfremde. Oft hilft aber auch schon der Blick in den Spiegel weiter, um z.B. ein anatomisches Problem zu verstehen.

Ein guter Rat noch zum Schluss: Verlasst euch nicht ausschließlich auf Referenzen oder gar das 1:1 abzeichnen selbiger, der Lerneffekt ist dann nämlich eher gering.

Fehler erkennen 

Ärgerlicherweise gerät man beim Zeichnen nach einer Weile oft in eine Betriebsblindheit, sodass einem selbst offensichtliche Fehler nicht auffallen. Oder man hat das vage Gefühl, dass etwas am Bild nicht stimmt, aber kann nicht sagen, was genau.

Hier gibt es verschiedene Herangehensweisen. Die erste ist der gute alte Spiegeltrick: Die Zeichnung gespiegelt zu sehen offenbart häufig Schwachstellen und Assymetrie. Ähnlich gut funktioniert es, das Bild auf den Kopf zu stellen oder Abzufotografieren. Erstaunlich, wie einen die eigenen Augen täuschen können!

Der frische Blick auf eine Zeichnung kann auch nie schaden. Das Kunstwerk mal einen Tag liegenzulassen oder Kritik von anderen Personen einzuholen, bringt Fehler zum Vorschein, die man vorher übersehen hat.

Nicht vermeiden 

Ich erinnere mich gut an meine ersten kindlichen Gehversuche, Mangafiguren zu zeichen: Die Hände habe ich aus Prinzip hinter dem Körper oder Gegenständen versteckt. So schwer es auch fällt wenn man etwas vermeidet, wird man es nicht lernen. Deshalb zeichnet eure Hassobjekte trotzdem mit und übt sie gezielt, damit es irgendwann klappt. In den Weiten des Internets gibt es für fast alles eine Erklärung oder Anleitung. Gutes Referenzmaterial (siehe Punkt 1) hilft aus, bis du es von allein schaffst.

Routine 

Was man nicht regelmäßig macht, fällt einem schwer. Wenn ihr euch also beispielsweise mit einer bestimmten Technik beschäftigt, wird mit der Zeit eine Entwicklung erkennbar werden. Eine eigene Arbeitsroutine kristallisiert sich heraus, die größere Sicherheit mit sich bringt. Ihr müsst nicht täglich üben, aber lasst eure Fähigkeiten nicht zu lange einrosten!
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Ich hoffe, ihr konntet aus meinen Tipps etwas mitnehmen wie so oft ist auch hier wieder Geduld gefragt. Das Wichtigste ist aber sowieso anzufangen und zu machen, nicht nur zu zweifeln. Und: Nicht aufgeben! :)

Hab ich was vergessen? Welche Zeichentipps interessieren euch sonst noch? Sagt es mir in den Kommentaren!

Meine weiteren Skizzenbuchtipps:

  1. Wie fange ich an?
  2. Inspiration
  3. Vorlagen finden
  4. Motivation und Zeit für regelmäßiges Zeichnen finden