Da sitzt man nun, das Skizzenbuch liegt auf dem Tisch, der Stift ist gespitzt und bereit, aufgesetzt zu werden......aber was soll ich nur zeichnen? Ich möchte euch heute ein paar Ideen vorstellen, die euch bei der Beantwortung dieser Frage helfen könnten.


Die gute (und abgedroschene) Nachricht zuerst: Inspiration ist überall um uns herum. Es können unsere Mitmenschen sein, ein Lied im Radio oder die Bilder anderer Künstler, die den Funken der Kreativität überspringen lassen. Leider kommt der nicht immer im besten Moment und wenn man dann tatsächlich das leere Papier vor sich hat, fällt einem plötzlich nichts mehr ein. Was kann man also tun?

1. Lege dir eine visuelle Sammlung an!

Alle interessanten Bilder, über die ich im Internet stolpere, speichere ich mir gleich in einem Inspirationsordner. Da finden sich zum Beispiel Illustrationen und Fotos, aber auch Typografie, Referenzbilder, Muster und Tutorials. Diese Sammlung könnt ihr nach persönlicher Vorliebe auch ganz klassisch als Hefter voller Magazinausschnitte oder digital über Pinterest oder einen Tumblr-Blog anlegen. Wenn die Kreativitätsflaute mal wieder zuschlägt, müsst ihr nicht lange suchen, weil an einem Ort bereits viele passende Anregungen gebündelt sind. Ein weiterer Vorteil: mit wachsender Anzahl an Bildern bekommt ihr einen guten Überblick über den eigenen Geschmack in Sachen visueller Formensprache.

2. Nimm eine Herausforderung an!

Auch bei den Zeichenherausforderungen gibt es für jeden Anspruch etwas: wollt ihr 365 Tage lang eine Zeichnung machen oder erstmal einen Monat? Jeden Tag ein Zitat illustrieren oder euer tägliches Outfit festhalten?  Für jedes Themengebiet lassen sich Herausforderungen finden. Ein wichtiger Aspekt ist hier auch der Austausch mit anderen Teilnehmern, der zusätzlich anspornt - das habe ich beim Inktober gemerkt. Wer nach einem konkreten Thema arbeiten möchte, kann bei Illustration Friday vorbeischauen. Jeden Freitag wird ein neues Stichwort vorgegeben, zu dem eine Illustration angefertig und hochgeladen werden kann.

3. Lerne von den Meistern!

Wohl jeder hat Künstler, die er bewundert, seien es klassische oder zeitgenössische. Wenn man Studien von ihren Werken macht, kann man sehr viel lernen, z.B. über Bildaufbau, Anatomie oder harmonisierende Farben. Dabei  könnt ihr ins Detail gehen oder auch nur einfache Kompositionskizzen machen. Es ist nicht verwerflich hin und wieder andere Stile zu kopieren, um daraus etwas für sich selbst zu ziehen, nur bitte nicht als eigene Kreation ausgeben!

4. Zeichne Menschen!

Menschen als Zeichenobjekte zu wählen ist meiner Meinung nach für Künstler jeder Richtung wichtig, weil es ein exzellentes Training im genauen Beobachten ist. Außerdem vermittelt es ein Verständnis für Proportionen, Dynamik, räumliche Beziehungen und die Darstellung von Emotionen durch Form. Bei mir ergeben sich aus den Übungen von Gesten und Posen auch Ideen für eigene Bilder, weil ich mir im Kopf eine Geschichte dazu ausdenke. Gute Ressourcen für das Üben von Gesichtern und Körpern sind Quickposes und Pixelovely. Wenn man mal keine anderen Menschen um sich hat oder haben will, bleibt immer noch der Blick in den Spiegel!

5. Geh raus und erlebe etwas!

Eine Luftveränderung und neue Erlebnisse sind immer noch eine der besten Inspirationsquellen. Das muss nicht gleich ein Urlaub sein, auch Museumsbesuche oder ein Spaziergang können frische Eindrücke bringen. Selbst negative Erfahrungen lassen sich kreativ verwerten!  Und wenn man das Haus dann doch nicht verlassen will, tut es auch die Rekapitulation des letzten Ausflugs beim Betrachten der geschossenen Fotos.


Und jetzt raus mit der Sprache: Was ist eure Inspirationsquelle? Welche Tipps habt ihr noch, um nicht der Ideenlosigkeit zu verfallen? 

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