Im nächsten Teil meines Reiseberichts nehme ich euch mit ins Freilichtmuseum Shikoku Mura in Takamatsu und zum Tafelberg Yashima. Diese beiden Ausflugsziele kann man super miteinander verbinden, weil man sie von der gleichen Haltestelle aus erreicht: Der Bahnhof "Yashima" auf der lokalen Kotoden-Linie liegt nur wenige Zugminuten vom JR-Bahnhof Takamatsu und der Innenstadt entfernt.


Von diesem Startpunkt erreichten wir nach einem kurzen Spaziergang Shikoku Mura. Der Name gibt schon einen kleinen Hinweis, was den Besucher erwartet: Shikoku ist die kleinste Hauptinsel Japans (auf der sich auch Takamatsu befindet) und "Mura" heißt übersetzt Dorf. Hier werden auf einem großen Freigelände historische Gebäude aus der ganzen Region versammelt, in dem man sie an ihrem Originalstandort ab- und vor Ort wieder aufbaut. Auf diese Weise können diese Kulturgüter bewahrt, gepflegt und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Zu sehen gibt es charakteristische bäuerliche Wohnhäuser, Alltagsgegenstände und Gerätschaften, die zum Beispiel für die Herstellung von Soyasoße verwendet wurden.


Hat man den Anstieg am Eingang erklommen, wird man als erstes über diese Nachbildung einer Lianenbrücke geführt. Keine Sorge: Sie ist - nicht ganz original - mit Stahlseilen gesichert. Danach folgt man am besten immer den Wegweisern über das große Gelände, sie führen perfekt durch einen Rundgang, bei dem man nichts verpasst.


Die meisten historischen Gebäude darf man betreten (und anfassen!) und erlangt so einen Einblick, wie das Leben im alten Japan aussah. Außer uns waren unter der Woche angenehm wenige andere Besucher da, so dass kein Grund zur Eile bestand. Der Freilichtpark ist wunderschön angelegt mit vielen Wasserelementen und Möglichkeiten, kurz auszuruhen.

Kabuki-Theater


Häuser von Leuchtturmwärtern nach westlichem Vorbild
Überraschenderweise findet man mitten im Park auch noch einen modernen Betonbau vom Stararchitekten Tadao Ando. Er ist Heim der Shikoku Mura Gallery, einem kleinen Kunstmuseum mit Werken von Picasso, Monet, and Renoir sowie vielen weiteren Künstlern. Besser als das Museum hat uns aber der Ausblick und die Wasserterrasse gefallen.


Der Vormittag im Shikoku Village war sehr angenehm und entspannend. Ein Besuch lohnt sich vor allem für Geschichts- und Architekturinteressierte sowie Naturfreunde. (Und guckt mal, wie schön es erst im Herbst aussieht!)




Gleich unterhalb des Ausgangs befindet sich das Udon-Restaurant Waraya, ebenfalls in einem historischen Gebäude. Berühmter ist es aber wohl für seine riesigen Udonportionen, die in Holzbehältern serviert werden. Wir waren an diesem Tag nicht in der Stimmung für Udon und machten uns stattdessen gleich auf zum nächsten Tourpunkt. Gegenüber der Kotoden-Yashima Station liegt die Haltestelle für den Yashima Sanjo Shuttlebus, der Touristen für günstige 100 Yen auf das Plateau des Berges Yashima fährt. Abfahrt ist allerdings nur einmal in der Stunde, also werft am besten schon bei der Ankunft am Bahnhof einen Blick auf den Fahrplan.

Wer möchte, kann natürlich auch den Berg hinauf wandern.
Der Ursprung des Namens Yashima (屋島) ist übrigens interessant, denn er bedeutet "Dach-Insel". Der Berg erhielt ihn wohl, weil er zum Einen an das Dach alter japanischer Häuser erinnert und zum Anderen früher tatsächlich eine Insel war, bevor sich eine Landbrücke bildete. Im 12. Jahrhundert fand hier eine berühmte Schlacht statt, an die oben auf dem Plateau immer noch an vielen Stellen erinnert wird. Unweit vom Parkplatz, an dem man ankommt, liegt der Yashima Tempel. Er gehört zu den 88 Tempeln des Shikoku-Pilgerwegs und war auch von Pilgergruppen gut besucht.

Yashima-ji

Was fällt euch an der linken Statue auf? (kchchkch)
Auf einer Höhe von über 280 Metern bieten sich von den Aussichtsplattformen auf Yashima tolle Ausblicke auf Takamatsu und die Seto Inland See. Ich liebe dieses Blau! Es klingt wahrscheinlich mega langweilig, aber einfach nur eine Weile da zu sitzen und aufs Meer zu schauen, hatte etwas unglaublich Entspannendes an sich.

Hey Megijima und Ogijima :)
Mir gefallen diese ruhigen Tage sowieso sehr gut. Bei unserer ersten Reise waren die Ausflüge oft viel zu vollgepackt und hektisch, mittlerweile lassen wir uns gerne etwas mehr Zeit, um die Umgebung und Stimmung zu genießen. Diese Momente sind es später häufig auch, an die man sich besonders gern erinnert. 

Ich träum dann mal noch ein Runde von der Seto Inland See an diesem schönen Frühlingstag! (;﹏;)