Unweit vor Takamatsu liegen die kleinen Fischer-Inseln Megijima (女木島) und Ogijima (男木島), die sich super für einen Tagesausflug eignen. Sie locken mit Kunstwerken, einem Einblick in die japanische Sagenwelt und wunderschönen Ausblicken auf die Seto-Inlandsee. Also, ab auf die Fähre und los geht's!


Startpunkt des Ausflugs ist der Hafen von Takamatsu, den man vom JR-Bahnhof in wenigen Minuten zu Fuß erreicht. Hier fahren Fähren zu verschiedenen Orten ab jede Strecke hat einen eigenen Ticketschalter. Als wir den richtigen für die Verbindung Megijima-Ogijima an der Außenseite des Gäbudes fanden, erstmal ein kleiner Schock: Das Verkaufsfenster war geschlossen und niemand weit und breit zum fragen! Wir sahen unseren Inselausflug schon ins Wasser fallen, stellten aber schließlich fest, dass wir einfach viel zu früh dran waren. Der Schalter öffnet erst eine halbe Stunde vor Abfahrt des Boots. Überpünktlichkeit lohnt sich also nur, wenn man das Treiben am Hafen noch eine Weile beobachten möchte.



Ein Rundfahrtticket gibt es nicht, stattdessen kauft man die Tickets für die Teilstrecken immer einzeln. Hier muss man sich also entscheiden, ob man zuerst auf Megijima stoppen oder gleich bis Ogijima durchfahren möchte. Wir entschieden uns, mit Megijima zu beginnen und zahlten dafür 370 Yen. Um 10 Uhr bestiegen wir schließlich mit den anderen Gästen die Fähre MEON 2 und sicherten uns Plätze ganz vorn auf dem offenen Deck.



In etwa 20 Minuten erreicht man die Insel Megijima und wird dort gleich von einer Oni-Statue im Hafen begrüßt. Sie weist schon auf die Hauptattraktion der Insel hin: Angeblich hat der Sagenheld Momotaro hier die ogerähnlichen Oni-Dämonen besiegt und um ihren Schatz erleichtert. Aus diesem Grund wird die Insel auch Onigajima genannt. Auf dem Berg gibt es eine Höhle, in der die Bösewichte wohl gehaust haben sollen.


Dorthin bringt einen ein Shuttlebus, für den man im Besucherzentrum Tickets erwerben kann. Die Fahrt die engen Serpentinen hinauf fühlte sich in dem rostig-rumpligen Bus abenteuerlich an, zumal wir augrund des Andrangs nur Stehplätze hatten. Der Ausblick entschädigte dafür etwas.


Endlich oben angekommen, wurde man von diesen grimmig guckenden Oni begrüßt, die mir dann doch gar nicht so bedrohlich vorkamen. Die bunten Statuen sind rund um den Eingang der Höhle verteilt und laden definitv zum Rumblödeln ein ;) 


Die Oni-Höhle selbst war mir für ihre 500 Yen Eintritt ein wenig zu unspektakulär. Drinnen warten noch mehr Oni-Figuren und zahlreiche gruslige Masken, die zu einem Kunstprojekt gehören. Wer sich außerdem nicht gern geduckt durch enge Durchgänge zwängt, kann die Höhle also gut und gerne auslassen.




Der Pfad außen entlang führt genauso den Berg hinauf zu verschiedenen Aussichtspunkten. Es gibt viele kleine Rastplätze mit Bänken, die sich perfekt für ein Picknick eignen. Wenn die Kirschblüten blühen, ist das sicherlich nochmal einen Tick schöner, aber leider war es bei uns noch nicht so weit. Die Ausblicke aufs Meer waren trotzdem fantastisch! Ich habe euch ja schonmal erzählt, wie sehr ich dieses Blau liebe...



Mein Mondgesicht als Momotaro :D
Mit dem nun leeren Bus ging es nach der Bewältigung des Rundwegs wieder zurück zum Hafen, wo mein Freund und ich uns noch eine Weile die Zeit am Strand vertrieben er am Karaage-Stand, ich mit den Hafenkatzen. Die Insel Megijima war 2013 Teil des "Setouchi Artfest", weshalb es außerdem auch überall Kunstinstallationen zu entdecken gibt. Wer sie alle sehen möchte, kann sich im Besucherzentrum Fahrräder zur genaueren Erkundung der Insel leihen.

Die Installation "Seagull Parking Lot"


Für uns sollte es aber 12.20 Uhr noch weiter zu Ogijima gehen. Die Fährtickets für die Weiterfahrt kosten 240 Yen und werden außerhalb des Besucherzentrums an einem Ticketschalter in einer kleinen Hütte verkauft.


In weiteren 20 Minuten erreicht man Ogijima. Das Fischerdorf Ogichō am Hang stellt einen weiteren Ausstellungsort des Setouchi Artfest dar. Leider waren die meisten Kunstwerke geschlossen oder nicht zugänglich, was ein wenig schade war. Ein Spaziergang durch die steilen Straßen hatte dennoch seinen Reiz. Und das man auch die Zeit anders gut herumbringen kann, bewies eine japanische Familie, die mit Katzenleckerlis und Spielzeug die Streunerkatzen bespaßte.




Recht schnell kehrten wir wieder zur interessant gestalteten Besucherhalle am Hafen zurück. Von hier aus kann man in etwa einer Stunde zum Leuchtturm der Insel laufen, was wir uns aber aufgrund des heißen Wetters gespart haben. Ansonsten hatte Ogijima leider nicht viel zu bieten. Zwar gab es in der Wartehalle einige Snacks zu kaufen, für einen Besuch in einem der Restaurants muss man laut einem Hinweisschild allerdings telefonisch reservieren. Wer des Japanischen nicht mächtig ist, sollte sich zur Sicherheit also lieber ein Bento einpacken. Überhaupt darf es einen nicht stören, dass hier sehr wenig mit ausländischen Touristen gerechnet wird.



Um 15 Uhr bestiegen wir schließlich die Fähre, die uns zurück nach Takamatsu brachte. Unsere Inseltour zu Megijima und Ogijima war ein entspannter und gelungener Ausflug, den ich nur empfehlen kann. Sollte ich nochmal die Gelegenheit haben, würde ich gern Megijima genauer erkunden.

Mehr Infos
Abfahrtszeiten der Fähre in Takamatsu
(für gewöhnlich startet die Fähre ab 8 Uhr alle 2 Stunden)

Beim nächsten Teil des Reiseberichts wird es wieder um Sehenswürdigkeiten direkt in Takamatsu gehen!