Oder: ein Sammelsuriums-Abschluss-Beitrag, in den ich alles hineinpacke, was noch keinen Platz gefunden hat!

Ein paar Details am Rande:


Transportsystem: Mir sind U-Bahnen sonst unheimlich, in Ōsaka hatte ich seltsamerweise trotz der vielen Menschen stets ein recht gutes Gefühl. Weite Lauferei und ewiges Suchen nach dem richtigen Ausgang nervte dagegen. Für das Herumfahren hat sich eine ICOCA-Karte als sehr praktisch erwiesen. Nach dem Aufladen am Automaten wird sie an Start- und Zielbahnhof über das Kartenlesegerät gehalten. Der fällige Betrag für die Strecke wird dann automatisch berechnet und abgebucht, dem integrierten Chip sei dank. Das erspart umständliches Fahrgeld berechnen oder Nachzahlen. Äußerst nützlich ist auch der Dienst Hyperdia, bei dem man Fahrzeiten von Zug und U-Bahn auf Englisch nachlesen kann.

Mode: Es könnte an der Großstadt liegen, aber die Vielfalt der modischen Eindrücke war überwältigend. Obwohl ich mir so etwas sonst nicht kaufe, mussten unbedingt einige Modezeitschriften zur Inspiration mit. Die Klamotten, die bei den jungen Damen Osakas im September hip waren, hängen übrigens jetzt 1:1 bei uns in den Läden! Weitere Beobachtungen: Fahrradfahren in burka-artigen Kopfbedeckungen oder Armstulpen bei schwülen 30°, damit auch ja kein Sonnenstrahl den hellen Teint gefährdet, eine Frau die in Highheels die tausenden Stufen des Fushimi Inari lief, Pradatäschchen als Statussymbol sowohl bei Frauen als auch Männern, sowie modische Gesichtsmasken, die sich farblich auf das jeweilige Outfit abstimmen lassen... 

japanische Modezeitschriften

Videospielkultur: Es ist faszinierend wie präsent und akzeptiert Videospiele im Alltag sind. Ob Schulkind, Geschäftsmann oder Rentner, jeder scheint einen Nintendo 3DS zu besitzen. So machte das Treffen von Miis über Streetpass wirklich Spaß! Obwohl wir nur in der Region um Ōsaka unterwegs waren, habe ich ganze 30 Präfekturen gesammelt und ständig blinkte das kleine grüne Licht *___* Es gibt natürlich auch viel tolleres Zubehör und Verzierungen für die Spielekonsolen!

Unser Hotel lag mitten im Elektronikdistrikt von Ōsaka, aber die meisten Läden waren eher auf Anime und Manga ausgerichtet. Ich bin sehr froh, dass wir nach einigen Enttäuschungen noch in eine Filiale von Super Potato reingegangen sind, angelockt von einer Super Mario Statue vor dem Eingang. Leider habe ich keine Fotos gemacht, aber man stelle sich vor: ein kleiner Laden vollgestopt mit allen Retrokonsolen und Spielen, die man sich erträumen kann, alte Spieleberater, Merchandise und Raritäten, dazu schallt aus jeder Ecke andere 8-Bit-Musik. Leider habe ich nichts Passendes für meine The Legend of Zelda Sammlung ergattern können...

 

Die Ausbeute:

...dafür aber einen ganzen Stapel anderer Sachen! Ich bin eigentlich niemand, der mit seinen Errungenschaften angibt. Aber ich freue mich so über meine kleine Sammlung, dass ich mir das nicht verkneifen kann:

japanische Bentoboxen und Zubehör, Katzenmotive und Kirschblüten
Bentōboxen und Zubehör

japanisches Videospiel Merchandise Nintendo Boo, Kirby, 3DS Skins
Ein bisschen Videospielkram

japanische Strümpfe
Außer Socken und einem Rock habe ich mir keine Kleidung gekauft.


Tama die Bahnhofskatze Merchandise
Tama Fanartikel

japanische Schreibwaren
Schreibwaren und ein Kinderbuch - Bastelabteilungen in Japan sind der reinste Traum! Da musste ich mich wirklich zurückhalten... Außerdem: Katzen!

Kleine Begebenheiten:

Am ersten Tag: Auf Japan-Blogs habe ich öfters gelesen, dass man in Fernsehsendungen gerne noch einen Quoten-Ausländer dabei hat. Prompt wurden wir bei unserem ersten Spaziergang durch Ōsaka angesprochen, ob wir nicht in einer Fernsehsendung dabei sein möchten...ich glaube, auch ohne Jetlag hätte ich dankend abgelehnt.

Auf dem Postamt in Kyōto: Der Postbeamte war sichtlich erheitert angesichts unserer Bahnhofskatzen-Postkarte. Unter dem Vorwand, etwas nachprüfen zu müssen, zeigt er sie kichernd einem Kollegen!

Beim Isshinji-Schrein: Eine freundliche japanische Omi erklärte meinem Freund, wie das Opfern abläuft. Danach bestand sie darauf, uns irgendwo hinzubringen, wo es etwas zu essen gibt. Mehrmals versuchte mein Freund deutlich zu machen, das sie nicht noch weiter mitlaufen muss - hat aber nicht geklappt, dank Sprachbarriere.

Klischees:

Ja, die Toiletten sind Hightech und man macht sich ganz schön zum Depp, wenn man unterwegs in jedem  neuen stillen Örtchen nach dem Mechanismus zum Auslösen der Spülung suchen muss: Knopf, Hebel, Hand vor Sensor halten, automatisch beim Verlassen der Tür... Diese Art ist aber immer noch besser als die Hockklos, die man auch erwischen kann!

Das japanische Fernsehen ist wirklich gewöhnungsbedürftig. Visuelle Aufmachung und Sendekonzepte unterscheiden sich nämlich recht stark von dem, was man hier kennt. Man setzt gern auf ein alles kommentierendes Live-Publikum, prominente Gesichter und eine schrille Studioausstattung. Die Besessenheit, über Essen zu berichten, hat es aber mit dem deutschen Fernsehen gemeinsam! Werbung ist dagegen noch eine Stufe skurriler, ohne fröhlichen Jingle geht auch im seriösesten Spot gar nichts.

Man wird als westlich aussehender Mensch immer pauschal für einen Amerikaner gehalten. Außerdem bekam man tatsächlich einmal zu spüren, was es bedeutet, herauszustechen: Angestarrtwerden ist an der Tagesordnung, teils verstohlen, teils mit offenem Mund und ungläubigem Blick. (Der Ausländer - das mystische Wesen^^)


Die kleinen Dinge:

Collage Kuriositäten in Japan

  • In Gaststätten wird überall kostenlos Wasser zum Essen gereicht.
  • In den meisten Museen und Sehenswürdigkeiten gibt es Stempelstationen. Dort kann man sich in mitgebrachte Hefte ein kleines Andenken stempeln. Für's nächste Mal fest eingeplant! 
  • In Japan benutzen alle Schirme, um sich vor der Sonne zu schützen. Sie sehen aus wie normale Regenschirme, haben aber eine besondere Beschichtung gegen UV-Strahlen. Ich wünschte, ich könnte das in Deutschland auch machen, ohne gleich als exzentrisch angesehen zu werden!
  • Tommy Lee Jones scheint in Japan sehr beliebt zu sein, denn er macht nicht nur Werbung, sondern es liefen auch ständig Filme mit ihm im Fernsehen...
  • Hübsche Gullideckel!  

Fazit:

Ich habe mein Herz verloren und hoffe, nächstes Jahr zur Kirschblütenzeit zusammen mit meinem Freund wieder dort sein zu können. Selbst wenn der innere Geizkragen und Angsthase "nein" sagen! Diese Reise hat mich sogar ein klitzekleines Bisschen verändert (z.B. Gefühle ausgelöst, derer ich mich nicht fähig glaubte.)  Ich bin so froh, die Möglichkeit gehabt zu haben, einen ersten Blick auf die japanische Kultur zu werfen. Hoffentlich werden noch viele folgen...

Das war es mit meinen Eindrücken! Wenn es noch Fragen gibt, könnt ihr sie gerne stellen (wobei ich nach zwei Wochen Urlaub natürlich kein Experte bin). Hier nochmal eine Übersicht über die anderen Teile des Reiseberichts: