Egal ob ihr euch gute Vorsätze gefasst habt oder nicht, ich setze einen Punkt auf die Liste: auf euren Körper achten. Wenn man den ganzen Tag am Rechner arbeitet oder ziemlich lange einen Stift hält, dann fängt es irgendwann an, in Rücken und Armen zu ziehen. Besonders beim Arbeiten am Grafiktablett merke ich persönlich, wie sich meine Hand nach einer Weile unschön verkrampft.

Weil ich ungern eines Tages mit Karpaltunnelsyndrom aufwachen möchte, habe ich deswegen angefangen, achtsamer mit meiner Gesundheit umzugehen. Meine Lieblingsübungen, die man direkt am Schreibtisch machen kann, habe ich in diesem Beitrag für euch zusammengefasst. Heute geht es zur Abwechslung mal nicht um Verspannungen im Kopf, sondern rundherum. Also: Aufrecht hinsetzen und los geht's!

Rücken, Schulter & Nacken

Diese Partien sind für Zeichner interessant, weil man im Idealfall nicht nur aus dem Handgelenk, sondern auch unter Einsatz von Arm und Schulter zeichnet. Um Verspannungen vorzubeugen, kann es schon sehr helfen, sich zwischendurch bewusst gerade hinzusetzen und die Schultern kreisen zu lassen.

Für Übungen, die darüber hinausgehen, verweise ich euch an diese nette Dame: 


Das Video packt in 5 Minuten nützliche Übungen, die auch kurzfristig etwas bringen und morgens oder in der Mittagspause gut eingebaut werden können. Wer mehr Zeit aufbringen kann, findet auf diesem Kanal auch viele längere Videos, die zur Entspannung von Rücken, Nacken und Schulter beitragen.

Hände

Durch einseitige oder anhaltende Belastung entstehen schnell Schmerzen in der Hand, den Handgelenken oder Armen. Da eine komplette Schonung selten möglich ist, sollte man darauf achten zwischendurch öfter zu dehnen und zu lockern und immer wieder zu überprüfen, ob man gerade unnötigen Druck ausübt.

Einige schnelle Übungen:

1: Die Hände falten wie zum Gebet und dann die Handgelenke einige Male im Uhrzeigersinn kreisen lassen und dann entgegen. Knackt ordentlich!



2: Den rechten Arm nach vorne ausstrecken, die Handfläche zeigt nach links. Diese dann im Uhrzeigersinn drehen, so weit es geht. Die Dehnung vorsichtig mit der anderen Hand verstärken. Einige Sekunden halten und das ganze mit der linken Hand (gegen den Uhrzeigersinn) wiederholen.




3: Die Hände flach an die Wand legen, die Fingerspitzen zeigen zum Boden. Vorsichtig mit dem Körper Gewicht verlagern und die Handgelenke und Unterarme einige Sekunden dehnen. Klappt auch auf der Schreibtischplatte!




4: Zur Daumendehnung die Hand im Handgelenk abknicken. Den Daumen mit der anderen Hand sanft in Richtung Arm drücken und etwa 10 Sekunden halten.


Es gibt natürlich noch viele mehr!

Augen

Auch die Augen werden gerne vergessen, dabei sind sie superwichtig! Blaues Bildschirmlicht ist auf Dauer nicht besonders gut, und 5cm über einem Blatt hängen auch nicht. Deswegen öfter kurze "Sehpausen" machen, Blinzeln und ein Weilchen in die Ferne blicken, z.B. aus dem Fenster. Wer bereits eine Brille hat und viel am PC arbeitet: mittlerweile gibt es auch spezielle Gläser, die das blaue Licht zu einem gewissen Grad filtern können und so schonender für die Augen sind.

Pausen

Klingt sehr banal, ich weiß. Und wenn man gerade in einer kreativen Phase ist, will man sich wirklich nicht ablenken lassen. Es hilft aber schon ungemein, hin und wieder aufzustehen, ein paar Schritte zu laufen und sich kurz zu strecken. 2 Minuten frische Luft am Fenster schnappen und immer Trinken bereit stehen zu haben, schaden ebenso wenig. Wenn niemand zu Hause ist, mache ich auch gerne kleine Tanzpausen, in denen ich zu einem Lied ungelenk durch die Wohnung hüpfe, aber psssst...

Ich hoffe, ich konnte euch einige Anregungen geben. Wenn ihr noch mehr Tipps habt, sagt mir doch in den Kommentaren Bescheid. Ich freue mich über weitere Anregungen!


* Um auf Nummer sicher zu gehen: Ich bin kein ausgebildeter, Arzt, Physiotherapeut oder sonstige Person vom Fach. Diese Übungen empfinde ich als hilfreich, aber jeder Körper ist anders. Wenn es wehtut, hört auf!