Obwohl es erst 2 Wochen sind, fühlt es sich nach Ewigkeiten an, seit ich mich hier zum letzten Mal gemeldet habe. Der erste gute Grund: ich bin nicht mehr arbeitslos und die Eingewöhnung fordert viel Energie von mir. Der zweite: ich zeichne - und das jeden einzelnen Tag.
 

Wie ist es dazu gekommen?

Leider habe ich meine Interessen noch nie besonders gut unter einen Hut bekommen. Irgendwas musste immer leiden, während ich gleichzeitig in keinem Gebiet wirkliche Fortschritte verzeichnet habe. Im Rahmen der guten Vorsätze machte ich mir Gedanken, was ich dieses Jahr erreichen möchte. Das Ergebnis war, dass mich das  Zeichnen am meisten ausmacht. Wenn ich endlich meinen eigenen Ansprüchen genügen möchte, muss ich Prioritäten setzen.  Ich werde dieses Jahr wohl also nicht 50 Bücher lesen oder 2000 Kanji lernen, sondern jeden Tag mein Skizzenbuch zur Hand nehmen.

Mein Vorgehen

Wie mache ich aus dieser Schnapsidee nun nachhaltige Ergebnisse? Der erste Schritt war es, einfach anzufangen. Der zweite ist das Nachdenken, und das kann ich während des Kritzelns tatsächlich sehr gut. Ich bin eher ein intuitiver Typ und habe bis jetzt nicht sonderlich tiefgreifend darüber sinniert, warum und wie ich etwas zu Papier bringe.

Sehr spannend finde ich in diesem Zusammenhang den Youtube-Kanal von Sycra. In seiner Video-Serie "Pointy Chins" hat er seinen Fortschritt über eine Jahr gezeigt und dabei umfassend analysiert, wie er zu seinem jetzigen Stil gekommen ist. Ich bewundere, wie gut er das im Nachhinein reflektiert und wie systematisch er ans Üben herangegangen ist. Vieles was er sagt, ist für mich sehr schlüssig. Außerdem höre ich ihm sehr gerne zu, während ich selbst zeichne.


Die Richtung ist also gesetzt: möglichst viel zeichnen. Denn nur wenn man viel produziert, bekommt man Routine, sieht was gut funktioniert und was Potenzial zur Weiterentwicklung hat. Mein Skizzenbuch hat sich seit Anfang Januar so nun schon zu einem guten Dreiviertel gefüllt. Das fühlt sich verdammt gut an!

Meine 3 großen Ziele für dieses Experiment:

  1. Einen Stil herausarbeiten, mit dem ich mich identifiziere
  2. Mein "Thema" finden
  3. Herausfinden, welche Techniken zur Darstellung ich nutzen will
Mir ist klar, dass das ein Prozess ist, der über dieses Jahr hinaus geht...aber die ersten Schritte sollen jetzt gemacht werden.
Wenn ihr gerne sehen möchtet, wie es vorangeht, freue ich mich über ein Abo auf Instagram. Ich versuche, dort jeden Tag etwas hochzuladen, aber so ganz kann ich meinen Perfektionismus dann doch noch nicht ablegen. Viele Übungen sind auch wenig fotogen, deswegen gibt es bis jetzt vor allem meine geliebten fliegenden Köpfe zu sehen ;)

Puh. Das wird sicherlich ein Jahr voller Frustration und Experimente, aber ich freue mich darauf. Ich hoffe, ihr begleitet mich auf meiner noblen Quest - oder schließt euch mir einfach an. Für einen Austausch steht euch mein Mailpostfach jederzeit offen.

Ich melde mich hier auf dem Blog bald mit meinen ersten Ergebnissen, bis dann!

Habt ihr schon mal eine 365-Tage-Herausforderung gemacht? Ich freue mich über Tipps und Erfahrungen!