Weil meine Japan-Sehnsucht keine Grenzen kennt, habe ich mir vorgenommen, auch weiterhin über Japan-Themen zu schreiben. Den Anfang macht die Vorstellung des neuesten Familienzuwachses, einem japanischen Reiskocher:


Im Gegensatz zu unseren Gefilden ist Reis in Japan keine bloße Beilage, sondern wichtiger oder sogar alleiniger Bestandteil des Essens. Reis ist eng mit der Kultur verwoben und dementsprechend ernst wird die Zubereitung genommen. Die allermeisten Japaner benutzen dafür einen Reiskocher (suihanki - 炊飯器). Die sind programmierbare Hightechgeräte: Neben den verschiedensten Reissorten können sie oft auch Porridge, Eintopf, Brot und Kuchen zubereiten. Das hat natürlich seinen Preis, weshalb die Modelle der Tophersteller auch schon mal 1000€ und mehr kosten können.

Ich selbst habe meinen Reis anfangs immer im Topf gekocht, was sich leider als reines Glücksspiel gestaltete: Von völlig matschig bis trocken und angebrannt war alles dabei und das saubermachen gestaltete sich als lästige Angelegenheit. Der nächste Schritt war dann ein kleiner Billigreiskocher mit einem Schalter, wie man sie in Deutschland problemlos bekommt. Durch den beschichteten Innentopf ließ sich der Reis viel besser entnehmen und schmeckte auch schon bedeutend leckerer. Die Reinigung war aber immernoch recht aufwendig, weil der Dampf überall klebrige Reisstärke verteilte.

Der Traum vom Multifunktionsreiskocher lebte dann während der Japanreise auf. Der erste Grund war das Frühstück im Hotel: dessen Highlight war der köstliche Reis, den man sich direkt aus dem Reiskocher schaufelte. Man konnte ihn pur essen oder nur mit ein wenig Soyasoße - Textur und Geschmack waren einfach unvergleichlich. Der zweite Grund war eine Fernsehwerbung, die einen todschicken Mitsubishi-Reiskocher in bordeauxrot anpries und Begehrlichkeiten weckte. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass diese Geräte auch optisch schön sein können!
Suki-chan

In einem akuten Sehnsuchtsanfallvor nicht allzu langer Zeit nahmen mein Freund und ich das Projekt Reiskocher  in Angriff: 

Probleme: Japanische Modelle haben einen anderen Stecker und auch andere Spannung - neben dem teuren Import auch noch Spannungswandler sowie Steckdosenadapter besorgen zu müssen, kam nicht in Frage. Außerdem: wo kauft man das gute Stück in Deutschland? In Düsseldorf gibt es wohl Geschäfte, die solche Reiskocher im Sortiment führen, aber das liegt nicht gerade bei uns um die Ecke. 

Die Rettung: Japanische Hersteller denken an ihre armen Landsleute im Ausland, die nicht ohne große Umstände Reis kochen können: deshalb gibt es auch "Oversea"-Modelle, die mit den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten übereinstimmen. Nach einigem Suchen kamen wir auf den Hitachi RZ-DMA10Y, ein kleines, vergleichsweise günstiges Modell mit den wichtigsten Funktionen. Gekauft haben wir ihn über Rakuten (sozusagen das japanische Ebay).



Die Pluspunkte:
  • Menüs und Bedienungsanleitung auf Englisch, Stecker und Spannung passend für Deutschland
  • Timer: Abends nach Hause kommen und frischen Reis vorfinden oder beim Aufstehen schon den Reis fürs Bentô fertig haben - kein Problem!
  • Fuzzy Technologie - die macht den Kocher so intelligent und ermöglicht viele verschiedene Zubereitungsprogramme für alle erdenklichen Reisarten (-wie genau das funktioniert, weiß ich immer noch nicht)
  • leichte Reinigung
  • passt farblich perfekt zur Küche und spielt verschiedene Melodien (^-^*)/

Ich liebe ihn jetzt schon! Der einzige wirkliche Minuspunkt ist der horrende Preis. Der Versand war fast genau so teuer wie das Gerät an sich, und den Zoll muss man auch noch mit einrechnen. Es war also absolut keine vernünftige Entscheidung, sondern eine Sache des Herzens. Ich freue mich jedenfalls wahnsinnig, ihn jetzt gründlich zu testen (~ ̄▽ ̄)~