Skizzenbuchtipps {Nr. 5} – Wie du es schaffst, regelmäßig zu zeichnen

Kommt dir Folgendes bekannt vor: Du zeichnest nur alle Jubeljahre und hast beim nächsten Mal das Gefühl, alles verlernt zu haben? Oder vertreibst dir die Zeit trotz guter Vorsätze doch wieder mit Netflix statt dem Skizzenbuch? Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es manchmal nicht ganz einfach ist, sich zum regelmäßigen Zeichnen durchzuringen. Heute möchte ich deshalb einige Tipps vorstellen, wie der innere Schweinehund gebändigt werden kann.

Das Ziel ist das Ziel

Es ist einfacher, sich zu motivieren, wenn man weiß, worauf man hinarbeitet. Das gilt besonders im Bereich Zeichnen: Die große Anzahl von Dingen, die man noch nicht beherrscht, schüchtert leicht ein. Am Ende geben viele wahrscheinlich auf, bevor sie überhaupt richtig begonnen haben! Überlege dir also, was du erreichen möchtest und brich das Ziel in kleine, bewältigbare Schritte herunter.
Gerade wenn dir nicht viel Zeit zur Verfügung steht, hilft ein Fokus. Statt der Frage „Was könnte ich denn nur mal zeichnen…?“ weißt du gleich, worauf du dich stürzen kannst. Wenn ein selbst illustriertes Kinderbuch schon immer dein Traum war, dann beschäftige dich doch mit dem Charakterdesign. Oder experimentiere mit der Kolorierung, um den gewünschten Stil zu finden. In kleinen Schritten voranzukommen, ist auf jeden Fall besser, als stehenzubleiben.
Wer hier nicht so kreativ ist, kann sich eine der zahlreichen Challenges vornehmen, die es im Netz zu finden gibt. Für den extra Schuss Motivation kannst du auch zu deinem Ziel passenden Communitys, Foren und Gruppen für einen Austausch beitreten. 

Aller Anfang ist klein


Vielleicht glaubst du ja, dass du gar nicht genug Zeit hast, dich regelmäßig ans Zeichenbrett zu setzen. Dann empfehle ich,
klein anzufangen – Und damit meine ich wirklich klein, z.B. fünf Minuten jeden
Tag!
  Fünf Minuten hat doch jeder, oder? Schließlich sagt auch niemand „Ich würde ja
gerne Zähneputzen, aber diese drei Minuten passen einfach nicht in meinen
hektischen Tagesplan“.

Diese fünf Minuten können stattfinden, bevor du todmüde
ins Bett fällst, oder während du deinen morgendlichen Kaffee trinkst, oder 
Leerlaufzeiten im Pendlerzug und in der Mittagspause füllen möchtest. Meiner Erfahrung nach macht man meistens doch mehr, wenn man
einmal angefangen hat. Und wenn nicht: Auch nicht schlimm!

Prioritäten setzen

Wenn der innere Schweinehund zu oft gewinnt, behandle doch mal deine Hobbyzeit wie einen offiziellen Termin. Heißt: Einen freien Zeitraum identifizieren (z.B. am Wochenende), Termin in den Kalender eintragen und vom Handy daran erinnern lassen. Während dieser Zeit solltest du dich nicht ablenken lassen und auch wirklich nur aufs Arbeiten konzentrieren. Optimal wäre es, wenn du schon weißt, was du in dieser Zeit machen möchtest – siehe Punkt 1! 
Dazu noch eins: Ohne ein klitzekleines bisschen Druck und Eigeninitivative geht es nicht. Zu den größten Ausreden gehören sicherlich „Ich habe keine Lust“ und „Ich habe gerade keine Ideen“. Kreativität bedeutet aber nicht, tatenlos auf den Kuss der Muse zu warten. Vielmehr handelt es sich um eine Fähigkeit, die man trainieren kann. Dazu gehört es durchzuziehen, auch wenn die Motivation mal zu wünschen übrig lässt. Die besten Ideen entstehen sowieso mitten im Arbeitsprozess!

Spaß an der Freude

Der wichtigste Punkt zum Schluss: Wenn du regelmäßig deine Zeit mit einem Hobby verbringen willst, muss es dir auch in irgendeinem Aspekt Freude machen. Ist das Zeichnen nur ein weiterer unangenehmer Punkt auf einer abzuarbeitenden To-Do-Liste, läuft irgendwas falsch. Willst du dich verbessern, musst du natürlich auch mal herausfordernde oder schwierige Aufgaben bewältigen. Aber es spricht überhaupt nichts gegen reines Komfort-Zonen-Zeichnen, das einfach nur Spaß macht.

Zu einem guten Erlebnis trägt das Schaffen angenehmer Routinen bei. Ich höre z.B. oft während meiner all-abendlichen Zeichenzeit mit großen Kopfhörern auf den Ohren meine Lieblingsmusik. Das hilft mir, alles drumherum auszublenden und abzuschalten. Zeichnen sehe ich nicht als Stress oder Aufgabe an, sondern als Chance zum Runterkommen und Nachdenken.
___
Ich hoffe ich konnte euch mit diesen Tipps einige Impulse geben, dem regelmäßigen Zeichnen eine Chance zu geben. Sagt mir doch in den Kommentaren, wie ihr euch motiviert!

Also dann, ran an die Skizzenbücher! (*•̀ᴗ•́*)و ̑̑
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4 Comments

  1. gedankenfrei 15. Januar 2017 at 18:02

    Bei deinem Einleitungstext fühlte ich mich leicht ertappt. *hihi* Wir haben zwar kein Netflix aber so eine Serie auf DVD ist ähnlich verführerisch. Aber zum Glück gibt es ein klares Ende und dann dauert es wieder eine Weile, bis der Nachschub kommt. ^^'Eine ganz klare Blockade ist auch ein zugekramter Schreibtisch. Aktuell liegt hier gerade wieder so viel rum, dass ich gar nicht weiß, wo ich das Skizzenbuch hinlegen soll und an alle Stifte komm ich auch nicht ran. Ich weiß echt nicht, wie mir das immer passiert… o.O Hast du da eigentlich eine feste "Zeichnen-Playlist"? Ich würde ja schonwieder ne Ewigkeit mit "ach was hör ich denn?" verbringen. 😉

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    1. Alex 15. Januar 2017 at 18:49

      Ja das stimmt! Ein zugemüllter Arbeitsplatz hat mich früher auch öfter genervt und behindert. Jetzt habe ich ja das "Glück", einen eigenen Zeichentisch zu haben, den ich zumüllen kann. Abends zeichne ich dann meistens am Computertisch, wo sonst nichts draufliegt…Nicht so die ideale Lösung, aber zumindest habe ich Platz 😉 Meine meistgenutzten Stifte habe ich in einem Mäppchen, vielleicht ist das auch eine Lösung für dich? So muss man nicht suchen, hat alles griffbereit und kann sie nach getaner Arbeit gleich wieder dort verstauen. So kann ich die Stifte auch schnell in die Tasche werfen, wenn ich sie unterwegs dabei haben will 🙂 Für Playlists nutze ich 8tracks.com. Dort kann man sich von anderen erstellte Playlists anhören – es gibt eigentlich etwas für jede Stimmung und Richtung. Besonders mag ich Fan-Playlists zu Spielen, Serien etc. von denen ich gerade besessen bin 😀 Leider muss ich aber dazu sagen, dass 8tracks seit einigen Änderungen letztes Jahr nicht mehr so gut für Nutzer außerhalb der USA/Kanada funktioniert und die mobile App abgeschaltet wurde 🙁 Hätte ich dort nicht bereits eine riesige Sammlung, hätte ich wahrscheinlich schon zu einem anderen Dienst wie Spotify gewechselt…

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  2. Meike Werner 20. Januar 2017 at 5:24

    Ein schöner Artikel. Manchmal hilft es einfach anzufangen ohne etwas im Kopf zu haben. Völlig sinnlos loskritzeln. Bei mir liegt immer ein offenes Skizzenbuch auf dem Couchtisch. Das senkt die Hemmschwelle ;D

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    1. Alex 20. Januar 2017 at 14:50

      Aus dem ziellosen Kritzeln entstehen manchmal bessere Sachen, als ich wenn ich schon etwas Konkretes im Kopf hab 😀

      Reply

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