Mission: 365 Tage zeichnen

Obwohl es erst 2 Wochen sind, fühlt es sich nach Ewigkeiten an, seit ich mich hier zum letzten Mal gemeldet habe. Der erste gute Grund: ich bin nicht mehr arbeitslos und die Eingewöhnung fordert viel Energie von mir. Der zweite: ich zeichne – und das jeden einzelnen Tag.
 

Wie ist es dazu gekommen?

Leider habe ich meine Interessen noch nie besonders gut unter einen Hut bekommen. Irgendwas musste immer leiden, während ich gleichzeitig in keinem Gebiet wirkliche Fortschritte verzeichnet habe. Im Rahmen der guten Vorsätze machte ich mir Gedanken, was ich dieses Jahr erreichen möchte. Das Ergebnis war, dass mich das  Zeichnen am meisten ausmacht. Wenn ich endlich meinen eigenen Ansprüchen genügen möchte, muss ich Prioritäten setzen.  Ich werde dieses Jahr wohl also nicht 50 Bücher lesen oder 2000 Kanji lernen, sondern jeden Tag mein Skizzenbuch zur Hand nehmen.

Mein Vorgehen

Wie mache ich aus dieser Schnapsidee nun nachhaltige Ergebnisse? Der erste Schritt war es, einfach anzufangen. Der zweite ist das Nachdenken, und das kann ich während des Kritzelns tatsächlich sehr gut. Ich bin eher ein intuitiver Typ und habe bis jetzt nicht sonderlich tiefgreifend darüber sinniert, warum und wie ich etwas zu Papier bringe.
Sehr spannend finde ich in diesem Zusammenhang den Youtube-Kanal von Sycra. In seiner Video-Serie „Pointy Chins“ hat er seinen Fortschritt über eine Jahr gezeigt und dabei umfassend analysiert, wie er zu seinem jetzigen Stil gekommen ist. Ich bewundere, wie gut er das im Nachhinein reflektiert und wie systematisch er ans Üben herangegangen ist. Vieles was er sagt, ist für mich sehr schlüssig. Außerdem höre ich ihm sehr gerne zu, während ich selbst zeichne.
Die Richtung ist also gesetzt: möglichst viel zeichnen. Denn nur wenn man viel produziert, bekommt man Routine, sieht was gut funktioniert und was Potenzial zur Weiterentwicklung hat. Mein Skizzenbuch hat sich seit Anfang Januar so nun schon zu einem guten Dreiviertel gefüllt. Das fühlt sich verdammt gut an!

Meine 3 großen Ziele für dieses Experiment:

  1. Einen Stil herausarbeiten, mit dem ich mich identifiziere
  2. Mein „Thema“ finden
  3. Herausfinden, welche Techniken zur Darstellung ich nutzen will
Mir ist klar, dass das ein Prozess ist, der über dieses Jahr hinaus geht…aber die ersten Schritte sollen jetzt gemacht werden.
Wenn ihr gerne sehen möchtet, wie es vorangeht, freue ich mich über ein Abo auf Instagram. Ich versuche, dort jeden Tag etwas hochzuladen, aber so ganz kann ich meinen Perfektionismus dann doch noch nicht ablegen. Viele Übungen sind auch wenig fotogen, deswegen gibt es bis jetzt vor allem meine geliebten fliegenden Köpfe zu sehen 😉
Puh. Das wird sicherlich ein Jahr voller Frustration und Experimente, aber ich freue mich darauf. Ich hoffe, ihr begleitet mich auf meiner noblen Quest – oder schließt euch mir einfach an. Für einen Austausch steht euch mein Mailpostfach jederzeit offen.

Ich melde mich hier auf dem Blog bald mit meinen ersten Ergebnissen, bis dann!

Habt ihr schon mal eine 365-Tage-Herausforderung gemacht? Ich freue mich über Tipps und Erfahrungen!

10 Comments

  1. Hotaru 1. Februar 2016 at 16:08

    Ich mache auch dieses Jahr ein 366-Tage-Zeichenprojekt. Allerdings habe ich mich auf keine Richtung festgelegt, ich fürchte da immer, dass ich Gefahr laufe, mich auf Teufel komm raus zu zwingen, etwas Passendes zu zeichnen. Also kann es bei mir eine Kritzelei sein, aber auch was Detailreiches. Ich bin da nicht so streng mit mir. :)Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Projekt. Ich habe mir die Insta-Fotos angesehen, die sehen wirklich schön aus. Der Stil erinnert mich an jemanden, aber ich komme nicht darauf…

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    1. Alex 2. Februar 2016 at 6:24

      Festgelegt habe ich mich auch nicht, vielleicht später im Jahr. Jetzt erstmal rumprobieren. Und danke dir 🙂

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  2. Zaungästin 4. Februar 2016 at 0:42

    Das ich das auch mache, weisst du ja. Allerdings bin ich so unzufrieden mit meinen bisherigen Werken, dass ich immer noch überlege, ob ich das auf meinem Blog verlinken will. =D

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    1. Alex 4. Februar 2016 at 21:12

      Naja, zufrieden bin ich mit den wenigsten Sachen. Indem ich sie trotzdem zeige, härte ich mich ab 😀

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  3. Jennifer Kosche 6. Februar 2016 at 7:56

    Ich bewundere jeden deiner Uploads! Das Experiment ist toll und spannend und ich freue mich schon, wenn du weiterhin darüber berichtest. Ich habe mir auch überlegt, dieses Jahr noch mehr zu zeichnen. Das scheitert momentan einfach an meinen (zu) vielen Interessen. Daher will ich 2016 jeden Monat den Fokus auf etwa anderes legen. Im Februar ist es der Blog mit der #29DAYSOFBLOGGING Challenge. Im März möchte ich mit meinem Chinesischlernen weiterkommen und jeden Tag üben. Im April ist dann wieder das tägliche doodlen an der Reihe. Ach, wir brauchen einfach mehr Zeit, um mehr unter einen Hut zu bekommen! 😀

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    1. Alex 6. Februar 2016 at 17:44

      Definitiv! Neben den Interessen kommen ja auch noch unspannende Dinge wie Sport und Putzen dazu :PIch bin aber auch so, dass ich ziemlich viel Schlaf brauche. Nicht mal da kann ich also sparen, um mehr Zeit zu haben 😉

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  4. Caro 6. Februar 2016 at 12:16

    Ich finde es super, dass du dir solche Ziele stecken und vor allem auch durchhalten kannst. Ich bin die erste Woche immer übermotiviert und finde danach immer Ausreden, doch heute nichts dafür machen zu können und habe ja noch das gute Gefühl, dass ich die Tage vorher so viel gemacht habe.Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf deine Posts und Bilder für diese Challenge.Ganz liebe GrüßeCaro

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  5. gedankenfrei 12. Februar 2016 at 7:08

    Erstmal alles Gute zum neuen Job! 🙂 "Leider habe ich meine Interessen noch nie besonders gut unter einen Hut bekommen. Irgendwas musste immer leiden, während ich gleichzeitig in keinem Gebiet wirkliche Fortschritte verzeichnet habe." – Du sprichst mir so aus der Seele! O.O Was ich übrigens mal gemacht hab, als ich etwas mehr freie Zeit hatte: In der Woche in den Zoo gehen und dort skizzieren. Das hatte den Vorteil, dass es nicht so überrannt war und man auch wirklich entspannt länger an einem Gehege stehen konnte. Vielleicht helfen dir solche "Events", in neue Richtungen zu schnuppern. Irgendwann hat man ja mal wieder ein paar Urlaubstage. 😉 Wenn du jemanden mitnimmst, sag ihm/ihr nur gleich, was du vorhast. Vllt. hast du auch jemand Gleichgesinnten in deiner Näher? 🙂

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  6. Meike Werner 13. Februar 2016 at 5:43

    Solche Projekte sind toll, um die eigenen Fortschritte zu dokumentieren oder Neues auszuprobieren. Ein 365 Tage – Projekt habe ich bislang noch nicht gemacht, doch ich bemühe mich jeden Tag zu zeichnen. Die Inktober – Challenge habe ich die letzten zwei Jahre mitgemacht, was mir sehr gut gefallen hat. Dieses Jahr mache ich meine eigene 52 Weeks of Lettering – Challenge. Jede Woche poste ich ein geletterten Spruch oder ein Zitat plus einen passenden Blogpost. Nach sechs Wochen kann ich sagen, dass es anstrengend ist, man ordentlich im Voraus planen sollte und es schwer ist, sich nicht zu sehr zu wiederholen.

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  7. Sara Gläser 18. Februar 2016 at 12:00

    Bin eben durch einen Hinweis in deinem Forum über deinen Blog gestolpert 🙂 Und habe doch gleich Gefallen an deinen Zeichnungen gefunden – hier bleib ich 😀 Zu deinem Post: Ich habe mir schon häufig etwas in den Kopf gesetzt, doch immer daraus lernen müssen, dass ich kein Mensch für freiwillige Routine bin. Ich mache etwas, wenn ich muss oder will, aber nicht nach Zwang in einem zeitlich begrenzen Schema, dass ich mir selbst aussuchen konnte. Das funktioniert nicht. Ich zeichne oder male nun nur noch auf Ziele drauf hin (Abgabefristen, Aufträge…) oder wenn ich gerade den Drang verspüre. Auch wenn mal 3 Wochen gar nichts passiert. 😉 Ich bin für sowas zu perfektionistisch und hebe meine Kreativität lieber für die guten Momente auf ;)Trotzdem großen Respekt, dass du das durchziehst!Liebe Grüße > Sara

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