Künstlervorstellung: Natsumi Hayashi, die schwebende Frau

Bleiben wir doch beim Thema der Inspiration – ich möchte eine Künstlerin vorstellen, deren Bilder ich sehr inspirierend finde: Natsumi Hayashi stellt auf Fotos dar, wie sie durchs Leben schwebt.

© Natsumi Hayashi
Es sind Wälder und verlassen Straßen, aber auch belebte Orte in japanischen Metropolen, in denen sie sich levitierend fotografiert. Auf ihrem Blog veröffentlicht die Künstlerin diese Selbstporträts, die sie „Todays Levitation“ nennt. Der Effekt entsteht dabei nicht durch Photoshop, sondern über das Zusammenspiel zwischen perfekt abgestimmtem Springen und einer geringen Belichtungszeit. Bis das richtige Bild im Kasten ist, muss sie manchmal über 200 Aufnahmen machen.

© Natsumi Hayashi

Levitationsfotografie an sich ist nichts Revolutionäres mehr. Viele Fotografen nutzen den Effekt, um ihren Bildern eine besondere Note zu geben. Bei Natsumi Hayashi fasziniert mich jedoch die besondere Leichtigkeit, die sie ausstrahlen. Die Loslösung vom Boden wirkt ganz selbstverständlich wie ihre natürliche Existenzform – da ist kein gequälter Gesichtsausdruck, der verrät, dass sie eigentlich springt und auch eine irritierte Reaktion der Umstehenden fehlt. Nicht gerade einfach, wenn man inmitten einer geschäftigen U-Bahnstation vor sich hin springt!

© Natsumi Hayashi
Die Künstlerin möchte mit diesem Projekt damit vor allem über sich und ihre Selbstwahrnehmung erzählen. Sie sieht sich selbst als jemanden, der ungebunden von Konventionen
leben möchte und eben nicht „mit beidem Beinen auf dem Boden der
Tatsachen steht“. Diese Botschaft wird für mich umso aussagekräftiger, wenn ich an
die Lebensrealität der restriktiven japanische Gesellschaft denke, in der die Abweichung von der Norm nicht leicht akzeptiert wird.

© Natsumi Hayashi
Trotz dieser Aussage fehlt den Fotografien jegliche Düsternis oder das Gefühl der Ausgrenzung. Sie sind verspielt, witzig und außergewöhnlich – das Tagebuch einer Person, die kein völliger Außenseiter ist, sondern einfach nur ein bisschen anders. Es ist diese Leichtherzigkeit, die meiner Meinung nach den Charme der Bilder ausmacht. (Obwohl für mich persönlich die japanischen Schauplätze und ihr niedlicher Kleidungsstil da auch mit hereinspielen.) 
Wer noch mehr von Natsumi Hayashi sehen möchte, kann auf ihren Blog schauen oder ihr
bei Instagram folgen (dort zeigt sie jedoch mehr Bilder von Katzen =^● ⋏
●^=).
© Natsumi Hayashi

 Wie gefallen euch Natsumi Hayashis Fotografien?

6 Comments

  1. Sailor Strawberry 10. Mai 2015 at 21:07

    Die Bilder sind toll, wirklich! Ich hätte nicht gedacht, dass es jemand schafft nur durch richtige Belichtung eine derartige Fotografie hinzubekommen. :O Sie schaut wirklich überhaupt nicht seltsam auf den Fotos! (Nagut, wenn man es zig Mal macht, bekommt man das vielleicht irgendwann hin. Aber diese Geduld!)Wirklich wunderschöne Vorstellung! (:

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    1. Alex 11. Mai 2015 at 8:08

      Neben der Geduld finde ich auch ihren Mut beachtlich – mir wäre es äußerst peinlich, mitten in der Menschenmenge immer wieder rumzuhüpfen ._.

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  2. MayamitY 11. Mai 2015 at 16:57

    Seeeehr tolle Fotos *_____*So Künstlervorstellungen sind immer inspirierend!

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  3. Jenni Ko 11. Mai 2015 at 18:41

    Die Fotos sind ja der Wahnsinn! Und du hast sie ganz wundervoll treffend beschrieben. Bin direkt mal ihrem Instagram Account gefolgt! Danke für die Vorstellung. 🙂

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  4. Melanie 18. Mai 2015 at 13:04

    Das ist wirklich eine total spannende Künstlerin. Danke dir für das Teilen ihrer Bilder. Ich bin ebenso fasziniert, wie du 🙂 Sie haben was total Ansprechendes. Mich fasziniert auch, dass keine Reaktionen der Umwelt zu sehen sind. Dadurch wirken ihre Bilder tatsächlich nochmal faszinierender.

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  5. Karo Kafka 23. Mai 2015 at 10:51

    Wow, sind die Bilder toll. Ich bin gerade hin und weg. Echt faszinierend, wie sie es hinbekommt, dass es gar nicht so aussieht, als würde sie springen. Sondern wirklich schweben. (*__*) Danke fürs Vorstellen! 🙂

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