Plastikpistolen in Schwarz-Weiß.

Bestimmt hat sich noch nie einer gefragt, welchen Ursprung mein komischer Internetname hat. Höchste Zeit, euch gegen euren Willen darüber aufzuklären!

Es war einmal im Jahr 2010, da belegte ich während meines Bachelorstudiums einen Videokurs. Dort sollte es darum gehen, irgendetwas Künstlerisches zum Thema Fernsehen zu produzieren. Für mich war schnell klar, dass ich einen Schwarz-Weiß-Krimi machen möchte. Ein paar meiner lieben Kommilitoninnen haben sich zu meiner Überraschung auch gleich bereit erklärt mitzuspielen. Von da an begann das Chaos und der Kurzfilm „Bewährungsprobe“ wurde geboren.

Aus der Titelsequenz

Die Voraussetzungen waren nicht gerade ideal: die geliehene Uni-Kamera war altersschwach und wir  bloß vier Laiendarsteller ohne rechte Ahnung, wie man einen Film dreht. Die meiste Zeit haben wir improvisiert und herumprobiert. Die Geschichte wurde zudem immer abstruser, je weiter wir fortschritten und ich bediente mich ordentlich in der Klischeekiste. Am Ende gab es aus Zeitnot gar kein Script mehr und wir haben uns einfach vor Ort das Ende ausgedacht. Meine Rolle war übrigens die der Detektivin mit dem absichtlich pseudo-coolen Namen „Alex Steele“. Weil mir das Projekt so ans Herz gewachsen war, habe ich den Namen
später für das Internet beibehalten.

Kontrast auf die Spitze getrieben
Ich kann gar nicht mehr sagen, wie viele Stunden ich damit zugebracht habe zu recherchieren, zu planen, zu drehen, passende Musik zu finden und vor allem zu schneiden! Und doch war es eine schöne Zeit, an die ich gerne zurückdenke, weil die Produktion so unglaublich viel Spaß gemacht hat. Wenn wir etwa bis spät in die Nacht gedreht haben und uns der Nachtwächter rausschmeißen musste, wenn alle  umfunktionierte Requisiten mitbrachten und wir in der Mittagspause Spielzeugpistolen kaufen gingen.

Gerade weil das Endprodukt albern war, hatte es seinen Charme. Bei dem Versuch einen ernsthaften Film-Noir zu drehen hätte alles dilettantisch ausgesehen, aber so wurde unser Machwerk durch den Blödsinn ein bisschen gerettet. Ich habe am Ende sogar eine sehr gute Note darauf bekommen.

Den ganzen Film werde ich hier trotzdem nicht zeigen. (Weil ich mich auf Video gebannt nicht ertrage.) Schon länger wollte ich aber die Funktion für Gif-Animationen in Photoshop ausprobieren. In kleinen Ausschnitten wirkt alles professioneller, als es tatsächlich war.
Die Hauptfiguren:
Die Femme Fatale.

Die Detektivin.

Der Doktor.
(Figur Nummer 4 hatte leider keine Szene, in der man das Gesicht nicht sieht.)

Unglaublich professionelle Requisiten.

Ich werde ein wenig wehmütig, wenn ich mir die Bilder ansehe. Wie lange das schon wieder her ist…

6 Comments

  1. Ivaine Severine 22. März 2014 at 7:31

    Stelle es mir unglaublich witzig vor einen Film zu drehen, aber wäre glaube ich eine miserable Improvisiererin da ich vermutlich nur Blödsinn von mir geben würde… Finde die Gif's toll und irgendwie machen sie schon Lust den Film zu sehen, auch wenn er niemals online kommen wird 🙂

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    1. Alex 23. März 2014 at 10:52

      Ich musste ganz schön über meinen Schatten springen, um für den Film zu "schauspielern". Eigentlich wollte ich gar nicht selbst mitspielen, aber einer fehlte eben noch, da ging es nicht anders. Wir haben auch wahnsinnig viele Outtakes, in denen einer loslachen musste oder einfach nur Quatsch erzählt hat. Am Anfang wars ein wenig seltsam, aber dann hat sich eine gute Dynamik entwickelt 🙂

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  2. Ariane 24. März 2014 at 9:59

    Wow, sehr sehr cool! Die kleinen Ausschnitte in den GIFs sehen richtig super aus 🙂 Selbst Filme zu drehen, ist eine richtig tolle Sache, und hinterher ist man irgendwie immer überrascht, was heraus kommt. In der Schulzeit hab ich auch ein Filmseminar belegt, wo wir einen Kurzfilm zusammen gedreht haben. Der war letztendlich auch ziemlich merkwürdig. Es ging um einen Jugendlichen, der sich jeden Abend betrinkt, und einmal nach Hause kommt, um im Bad sich selbst zu begegnen – allerdings rasiert, schick, im Anzug und so weiter…Übrigens gibt es in Jena so ein Projekt namens "Kino Dynamique" (http://www.kdj-festival.de/). Da kann man als Laie eine Filmidee äußern, und die wird dann (mit Hilfe von professionellem Equipment und Leuten, die sich mit Film auskennen) in ganz kurzer Zeit gedreht. Die entstandenen Filme wurden letztes Jahr im Kassa gezeigt, und da war auch ein Film-Noir dabei 🙂 Das Coole daran war auch, dass es Stummfilme waren, die dann im Kassa live vertont wurden, es saß also immer eine Band hinter der Leinwand und spielte. Vielleicht ist das ja auch was für dich 😀

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    1. Alex 24. März 2014 at 11:39

      Oh das klingt tatsächlich nach genau meinem Ding! 😀 Ich behalte es im Auge!

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  3. Anonym 9. Mai 2014 at 11:14

    Ich hab letztens wieder an diese schöne Zeit gedacht und wollte den Film ansehen. Leider ist der Link nicht mehr auf Vimeo aber zum Glück habe ich ja noch die DVD! Vielen Danke, Mrs. Steel! 🙂

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    1. Alex 11. Mai 2014 at 18:15

      Ich freu mich gerade so sehr über deinen Kommentar! 🙂

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