Japan IV: Essen

Ich hoffe, ihr habt bei all den Weihnachtsleckereien das Essen noch nicht über, denn in Teil 4 meines Japanberichts zeige ich ein paar der Köstlichkeiten, die wir in Japan probiert haben.

Wo soll ich Anfangen? Vielleicht mit einer Anekdote. Eine Bekannte fragte mich nach unserer Rückkehr ganz interessiert, ob wir im Urlaub auch Insekten und sowas gegessen hätten… ( ̄_ ̄|||) Okay, mit der Sushi-Frage hab ich vielleicht gerechnet, aber damit bestimmt nicht. Offensichtlich herrscht doch noch ein wenig Verwirrung darüber, was man in Japan so alles essen kann. Wenn ich sicherlich nicht alles aufzählen kann, was die Japanische Küche zu bieten hat, so kann ich zumindest eine Auswahl dessen präsentieren, was wir dort verspeist haben.

Gehen wir mal der Tagesreihenfolge nach vor: Frühstück. Das gebuchte Frühstück im Hotel stellte sich leider schnell als schwer verdaulich heraus (fettiger Nudelsalat – nein danke!) Wir sind dann auf auswärts frühstücken umgestiegen, meistens bestand es aus Backwaren – frisch oder abgepackt aus dem Conbini. Viele Bäckereien sind ein kleines Erlebnis, weil in den angebotenen Waren auch wieder viel Liebe zum Detail steckt und alles perfekt präsentiert wird. Schnell merkt man, dass die Japaner auf fluffig stehen, auch beim Brot. Diese Konsistenz nennt man fuwa fuwa.

Japanische Backwaren: Melonpan, Katzentatze, Küken mit Mandelschnabel, Baumkuchen

Meine Favorit war Melonpan (Melonenbrot – heißt so wegen seiner Form). Das ist ein fluffiges Brötchen mit einer Hülle aus Mürbeteig. Ich muss unbedingt lernen, die zu backen! Wie man sehen kann, darf auch bei den Backwaren Niedlichkeit nicht fehlen.

Bekommt man nun Durst beim vielen Herumlaufen, so ist ein Getränkeautomat nie weiter als die nächste Häuserecke entfernt. Die Dinger stehen wirklich überall, auch auf Tempelgeländen. Die Auswahl ist sehr unterschiedlich und manchmal ein wenig abenteuerlich. Es macht Spaß sich durchzuprobieren! Von Fanta gibt es zum Beispiel sehr viel mehr Sorten als bei uns. Leider stellten sich die leckeren Namen (Nashi-Birne, Pflaume) für mich oft als Reinfall raus: pappsüß und mit einem seltsamen medizinischen Nachgeschmack. Viele Getränke sind ziemlich karieserregend, weshalb ich meistens bei Wasser geblieben bin. Lustigerweise ist gerade Eistee, der bei uns völlig überzuckert ist, in Japan ohne Süße.

japanische Getränkeautomaten, Qoo Saft, Dragonball Z Energydrink, Calpis, Welch's Fruit Water, C.C. Lemon
Eine Automatenarmada / Qoo – kennt das noch jemand? Diesen Saft gab es in Deutschland vor Jahren auch mal zu kaufen [klick]
/ ein Dragonball Energy Drink (eklig und nur aus Spaßfaktor gekauft) /
C.C. Lemon, bei dem ich erst im nachhinein gesehen habe, dass da
angeblich Vitamin C von 50 Zitronen drin sein soll… / Calpis Soda ist
das Lieblingsgetränk von meinem Freund

Weiter gehts mit Hauptgerichten zum Mittag oder Abendessen. Eine bekannte Spezialität Ōsakas sind Takoyaki, kleine Teigbällchen mit Tintenfisch, die an jeder Ecke an kleinen Ständen angeboten werden. Sie werden wahlweise mit verschiedenen Soßen und Bonitoflocken gegessen. Ich hab von vornherein verzichtet, weil ich Tintenfisch nicht ausstehen kann, der Freund fand sie ganz lecker. Qualitativ kann man aber auch Pech haben.Weitere Gerichte, die mit Ōsaka in Verbindung gebracht werden, sind Doteyaki und Kushikatsu. Ersteres ist wie ein Art Gulasch, das in Miso gekocht wird, zweiteres frittierte Spieße, die wieder in eine spezielle Soße getunkt werden. Prädikat: lecker!

Etwas enttäuscht war ich von Okonomiyaki, einer Art Pfannkuchen aus geraspeltem Kohl. Eigentlich ist das ganze eine gute Idee, weil man alles Mögliche nach Geschmack in den Teig mischen kann. Leider hat mir  aber die Grundzutat Yamswurzel persönlich nicht geschmeckt. Zubereitet wurde das ganze direkt am Platz,  am Ende wird der Pfannkuchen mit japanischer Worcestersoße und Mayonaise bestrichen. Ich war etwas überrascht, als der nette Kellner eine ganze Kelle Mayo obendrauf gelöffelt hat…diese Soßenkombination war wider erwarten aber ganz gut und hat den penetranten Yams-Geschmack zumindest etwas neutralisiert.

Ein Highlight sind aber auf jeden Fall Nudelsuppen! Man kann Japan nicht verlassen, ohne einmal
irgendwo Ramen gegessen zu haben. Am liebsten mag ich immer noch
Shoyu-Ramen, aber ich konnte auch mal ganz andere Sorten probieren, die es in Deutschland nicht oft gibt, z.B. Hakata-Ramen.

japanisches Essen: Nikuman, Bento, Hot Dog, Ramen, Zaru Soba, Okonomiyaki
Nikuman – gefüllte Dampfbrötchen /
Bentō für unterwegs / Hot Dogs im Umeda Sky Building – lustigerweise mit
knusprigem Brötchen! Wir schieben das auf den Einfluss der deutschen
Botschaft in der Nähe / Shōyu Ramen ♥♥♥
/ Zaru Soba – kalte Nudeln, die in Soße getunkt werden. Genau das
richtige für einen heißen Sommertag / 2 x Okonomiyaki: vor der
Fertigstellung und schon halb verputzt

Neben diesen ganzen „großen Gerichten“ dürfen auch die zahlreichen Snacks nicht fehlen: Onigiri-Reisbällchen, Salate, Edamame und abgepacktes Obst aus dem Supermarkt haben wir uns oft geholt. Und cremiges Grüntee-Softeis! Bei den Süßigkeiten sind Grüntee und Erdbeere als Geschmacksrichtungen sehr beliebt. Meine Quest war es, so viele  Kitkat-Sorten wie möglich finden. Einen Großteil des Süßkrams hab ich als Mitbringsel verwendet und die Beschenkten waren durchweg begeistert.

japanische Süßigkeiten: Sakura und Grüntee Kit Kat, Milky, Pocky, Koume Bonbons, Koalas Erdbeer
Zum Schluss noch ein Wort zu der angeblich so gesunden Küche Japans. Ich weiß, dass es in der japanischen Hausmannskost sehr viele Gerichte
mit Gemüse gibt, aber im tatsächlichen Speisenangebot der Restaurants
fanden wir das kaum vertreten. Nicht nur bekommt man überall riesige Portionen serviert (ich schaffe nie eine ganze Nudelsuppe, schon gar nicht noch Beilagen), auch dominiert sehr salziges, frittiertes und fleischhaltiges Essen die Speisenangebote. Als Vegetarierer oder Veganer hätten wir ganz schön alt ausgesehen, denn fast alles hat irgendwie mit Fisch- oder Fleischbrühe zu tun.  Wir sind mehr als einmal durch die Gassen gewandert und wussten nicht, was wir essen sollen. Eine Enttäuschung war es nicht per se, aber manchmal war die Suche etwas schwer. Mein Magen musste sich nach der Rückkehr nach Deutschland jedenfalls erstmal erholen^^°

Kennt und mögt ihr japanische Gerichte? Was wollt ihr unbedingt mal probieren?

4 Comments

  1. Erik 6. Januar 2014 at 22:02

    Da läuft mir doch gleich das Wasser im Mund zusammen. Lecker!

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  2. Flügelchen 24. Januar 2014 at 22:16

    Uiui, ein toller Bericht! Ich schätze, dass ich mich definitiv mal mit Melonpan befassen muss – ich liebe Hefe- und Mürbteig-Gebäck sowieso unglaublich.Auch der Rest klingt sehr lecker (bis auf die süßen Getränke *g*).

    Reply
  3. Bonnie 20. Februar 2014 at 4:47

    Ich durchstöbere immer gern die japanischen Supermärkte in Düsseldorf – die Süßigkeiten Abteilung war immer die spannendste :3Das Tolle: es ist original japanisch und nichts ist eingedeutscht. Auch das Sushi und Ramen im Restaurant 😀

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    1. Alex 20. Februar 2014 at 9:39

      Aus genau diesem Grund waren mein Freund und ich auch schon zwei mal übers Wochenende in Düsseldorf (aber noch lange vor unserem Urlaub). Dieses Jahr wollen wir das auch wieder machen, um das Fernweh mit Nudelsuppe zu besänftigen 🙂

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