Auf der nächsten Etappe lassen wir Takamatsu hinter uns und fahren zurück auf die Hauptinsel Honshu, genauer gesagt nach Okayama. Was man in und um die Stadt herum so treiben kann, das zeige ich euch heute:

Okayama 

Nachdem wir uns in Takamatsu noch mit Udon eingedeckt hatten, bestiegen wir einen Zug der "Marine Liner"-Linie, der uns einer über die Seto Ohashi (Große Setobrücke) in einer guten Stunde nach Okayama brachte. 

Ich war schon auf dem Weg zum Hotel sofort angetan von der Stadt, die nach Takamatsu gleich einen ganz unterschiedlichen Eindruck hinterließ. Vom Flair erinnerte sie mich auf unbestimmte Weise an Kyoto.


Vom Hotel aus war die Burg Okayama zu Fuß zu erreichen. Wegen ihrer dunklen Fassade wird sie auch "Krähenburg" genannt und ist von Außen hübsch anzusehen. Im inneren befindet sich ein Museum, das neben der Burggeschichte zur Zeit unseres Besuchs auch eine Sonderausstellung zum Thema Washitape zeigte. Das wurde nämlich unweit von hier in der Stadt Kurashiki erfunden. 


Besonders gefallen hat mir auch mein Ausflug zum Yumeji Kunstmuseum. Es handelt sich um eine niedliche kleine Galerie, die ausschließlich die Werke von Yumeji Takehisa ausstellt. Der hat vor allem Porträts von Frauen gemalt und die eine oder andere Katze, von denen eine auch das Maskottchen des Museums ist. Was ich mir im Museumsshop gekauft habe, hatte ich euch hier schon mal vorgestellt.


Was bei einem Spaziergang durch die Stadt immer wieder auffällt: Das Momotaro-Märchen ist hier  sehr beliebt. Das schlägt sich in zahlreichen Figuren, Statuen, Geschäftsnamen und natürlich auch Gullydeckeln nieder:

 

Kurashiki

Wo wir gerade schon von Kurashiki sprachen, dort haben wir natürlich auch mal vorbeigeschaut. Besonders bekannt ist das alte Händlerviertel, das mit seinen Geschäften, Lagerhäusern und charakteristischen Fassaden ein kleines Stück Edo-Zeit wieder auferstehen lässt. 


Bootssteg für die Kanalfahrten


Weil wir nie auf den Bildern zu sehen sind ;)


Die in Kurashiki ansässige Firma Kamoi Kakoshi ist übrigens der Erfinder des bunten Masking Tapes, das Bastelfreunde im Westen meist als Washitape ein Begriff sein dürfte. Deswegen kann man die gemusterten Rollen der hauseigenen Marke "mt" auch überall in den Geschäften finden. Wusstet ihr, dass das erste Washitape in der heutigen Form erst um 2008 herum auf den Markt kam?


Auf dem Rad durch die Kibi-Ebene

Ausnahmsweise mal nicht zu Fuß, sondern auf dem Rad haben wir an unserem 11. Urlaubstag das ländliche Japan erkundet. Durch die Kibi-Ebene unweit von Okayama führt eine festgelegte Route, die mit interessanten Haltepunkten gespickt ist. Los ging es vom Bahnhof Bizen-Ichinomiya, wo man sich beim Fahrradverleih die typischen "mamachari"-Räder ausleihen kann. Nach den Fahrradhelmen mussten wir extra fragen (oder eher gestikulieren), aber sicher ist sicher.

Fischfahnen in Bizen-Ichinomiya

Unsere Fahrräder an einem Rastplatz
Ich muss zugeben, dass ich ein bisschen Bammel vor der Tour hatte, denn davor war ich sehr lang sehr selten Fahrrad gefahren. Glücklicherweise stellte sich die Sorge als unbegründet heraus, denn die gesamte Strecke mit ihren 17 Kilometern ist flach, gut ausgebaut und wirklich gemütlich zu fahren also auch für untrainierte Schlaffis wie mich geeignet ;) Auch vor dem Verirren muss man sich nicht fürchten, einfach immer den weiß-blauen Schildern folgen:


Aufgrund des wechselhaften Wetters haben wir viele der Haltepunkte ausgelassen und uns etwas zur letzten Station am Bahnhof Soja beeilt, wo man die Räder wieder zurückgibt. Trotzdem gehörte das entspannte Radeln durch die Reisfelder und Dörfer mit zu meinen spannendsten Erlebnissen des Urlaubs.


Bitchu-Kokubunji mit 5-stöckiger Pagode

Wenn ihr noch mehr darüber wissen möchtet, findet ihr inen ausführlicheren Bericht zu dieser Radtour auf The Hangrystories.
 ____

Das war unser Aufenthalt in Okayama im Schnelldurchlauf. Von hier aus ging es schließlich mit dem Shinkansen weiter zur letzten Station der Reise, Osaka.