Ich verrate euch mal was: Ich verstehe immer gar nicht, warum alle Welt unbedingt nach Tokyo will! Die Stadt ist unvorstellbar riesig und so gut wie überall sind wahnsinnig viele Leute, was das herumkommen äußerst anstrengend macht. Viele der gängigen Sehenswürdigkeiten fand ich auch gar nicht so spektakulär Die berühmte Kreuzung in Shibuya ist zum Beispiel viel kleiner, als ich von zahlreichen Videos geschätzt hätte.

Warum mein Freund und ich Tokyo trotzdem zum Ausgangspunkt unserer Reise gemacht haben? Zum einen sind die Flüge von Frankfurt aus dorthin angenehmer, weil über Nacht und mit Ankunft zu einer humanen Zeit. Zweitens wollte ich Tokyo nach meinem kurzen Aufenthalt 2015 noch mal eine Chance geben. Während des zweiwöchigen Unikurses habe ich damals schließlich kaum etwas von der Stadt gesehen.

Viel besser ist es mir wegen üblem Jetlag allerdings auch dieses Mal leider nicht ergangen. Wir haben diese ersten Tage notgedrungen etwas ruhiger angehen lassen und nur ein kleines Programm absolviert. Auf dem Futon zu gammeln, Netflix zu gucken und die lang vermissten Conbini-Süßigkeiten zu essen war aber auch nicht zu verachten. Als Unterkunft hatten wir uns eine gemütliche Airbnb-Wohnung in Gotanda ausgesucht, weil sie unweit vom Haneda Airport und auch zur Erkundung der Stadt verkehrsgünstig lag. Nun aber zu meinen kleinen Tokyo Highlights:

Aussicht vom Tokyo Metropolitan Government Building


Wie beginnt man am besten den Aufenthalt in einer neuen Stadt? In dem man sich einen Überblick verschafft! Wenn man überhaupt von Überblick sprechen kann bei dieser endlosen Stadt...

Seht ihr, was ich meine?

Unsere Entscheidung für die Aussichtsplattform des Tokyo Metropolitan Government Building fällten wir, weil man sie kostenlos besuchen kann und sie von der Lage her gut in die weiteren Tagespläne passte. Das Gebäude hat übrigens zwei Türme mit jeweils einem Aussichtsdeck. Das wussten wahrscheinlich die meisten Besucher nicht, denn die meisten stellten sich in einer sehr langen Schlange an, während die für den anderen Turm nur eine kurze Wartezeit mit sich brachte.

Wenn ihr auch mal in Tokyo seid und nach einem guten Blick von oben sucht, empfehle ich euch diesen Artikel auf hangrystories, wo noch andere Aussichtspunkte vorgestellt werden.


Samurai Museum


Unweit vom Bahnhof Shinjuku befindet sich das Samurai Museum, wo man Rüstungen, Waffen und Geschichte von Japans Kriegern kennenlernen kann.  Der Eintritt von 1.800 Yen scheint erstmal sehr teuer, inbegriffen sind aber eine gute (englische) Führung sowie die Möglichkeit originalgetreue Kostüme anzuprobieren und Fotos darin zu schießen. Aufgrund eines knurrenden Magens verzichteten wir aber darauf. Trotzdem hat es mir dort sehr gut gefallen, denn das Museum fällt in die Kategorie klein aber fein.

Wo die Winkekatzen wohnen: Gotokuji

Ich zum Größenvergleich :)
Meinen absoluten Lieblingsausflug habe ich mir für den Bericht zum Schluss aufgehoben: An einem wunderbaren sonnigen Nachmittag machten wir uns auf, um die unzähligen Maneki Nekos im Gotokuji Tempel zu besuchen. Diese tolle weitläufige Tempelanlage im Stadtteil Setagaya ist angeblich der Ursprungsort der Legende der winkenden glücksbringen Katze. Aus diesem Grund werden die Katzenstatuen hier heute immer noch als Ausdruck der Dankbarkeit für erfüllte Wünsche aufgestellt.


Ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass das Tempelgelände so groß ist die Katzen selbst befinden sich nur in einer kleinen Ecke. Nachdem ich ausgiebig fotografiert hatte, haben wir noch eine ganze Weile auf einer Bank verweilt und einfach nur die Ruhe genossen.


Der Gotokuji liegt etwa 15 Laufminuten vom gleichnamigen Bahnhof entfernt. Wir wussten erst nicht, ob wir in die richtige Richtung gehen, aber das kostenlose Family Mart Wifi half uns schließlich auf die Sprünge. Die Gegend ist vor allem durch Einfamilienhäuser und kleine Geschäfte geprägt, was eine willkommene Abwechslung zur Hektik des Zentrums darstellte. Es zeigt sich außerdem mal wieder: Ein paar Meter abseits der restlos abgetrampelten Touristenpfade gefällt es mir doch immer noch am besten.

Nächstes Mal geht es weiter mit Eindrücken aus Takamatsu. Diese Stadt sagt den Murakami-Lesern unter euch vielleicht was ;)