Wer in letzter Zeit in den künstlerischen Gemeinschaften auf Instagram, Facebook oder sonstwo in den Weiten des Internets unterwegs war, kam gar nicht umhin, die Aktion  #artvsartist zu bemerken. Kurz gefasst geht es darum, eine Collage aus 8 eigenen Kunstwerken und ein Bild vom eigenen Gesicht zu posten.

Das sieht dann ungefähr so aus:

Art vs. Artist

Der Gedanke dahinter: ob bewusst oder unbewusst, oft findet sich ein Element der schaffenden Person in ihren Kreationen wieder. Das muss gar nicht unbedingt eine optische Ähnlichkeit sein, sondern etwas viel Diffuseres, das Künstler und Bild verbindet. Ich musste jedenfalls diesen Mix gar nicht erst zusammenstellen, um zu wissen, dass mir meine Figuren häufig ähnlich sehen – Die Vorliebe für lange Haare und eine bestimmte Gesichtsform kommt schließlich nicht von ungefähr! Das ist auch in Ordnung, denn Kunst ist eine sehr persönliche Sache, in die viele individuelle Merkmale einfließen. Mir gefällt der Gedanke, so untrennbar mit den eigenen Bildern verbunden zu sein.

Zeichnen stellte für mich deshalb auch einen guten Weg dar, meine Eigenheiten lieben zu lernen. Bei der Auseinandersetzung mit meinen Zeichnungen merke ich: die Merkmale, die ich heute besonders gerne zeichne, sind häufig auch die, die ich an mir früher nicht mochte. Das sind zum Beispiel die dunklen, kräftigen Augebrauen, für die ich in der Schule gehänselt wurde, meine Sommersprossen, die bläulichen Augenringe, die dank meiner blassen Haut nie verschwinden oder die Wangen, die so schnell rot anlaufen. Ganz natürlich sind sie irgendwann in meine gezeichneten Gesichter eingeflossen – ich muss mich mittlerweile sogar zurückhalten, sie nicht zu oft zu verwenden.

Ich denke, das Zeichnen hat mir als kleiner Teil auf der Reise zur Selbstakzeptanz weitergeholfen, auch wenn der Weg noch immer weit ist. Das merke ich beispielsweise daran, dass es mir schwer gefallen ist, dieses Bild da oben zu zeigen. Mein Gesicht mit meinen Werken in Verbindung zu bringen, bedeutet auch zu sagen: "Seht her, ich habe das gemacht!" – Der dazu nötige Stolz (und Mut?) fehlt mir leider in vielen Momenten noch.

Nun gut, damit sich das irgendwann ändert, habe ich ja diesen Blog hier ;)

Wie geht es euch? Seht ihr Teile eurer Persönlichkeit in euren Bildern? Was fließt von euch darin ein?