So ein Frühjahrsputz ist eine gute  gute Möglichkeit, nicht nur in den Schränken, sondern auch im Kopf ein wenig klar Schiff zu machen. Warum? Erzähl ich euch jetzt:


Aufräumen! 

Auch wenn die Ordnung beim Arbeiten schnell wieder durcheinander gerät, ist ein gründlich aufgeräumter Arbeitsplatz doch eine gute Basis für neue Schaffenskraft. Dazu gehörte für mich:
  • Alle Stifte und Materialien wieder an ihren vorgesehenen Platz stellen
  • Stifte testen und die ausgetrockneten endlich wegschmeißen
  • Zeichenblöcke und loses Papier und Schmierblätter sortieren
  • riesigen Papierstapel vom letzten Inktober ausmisten ( jaja, Schande über mich)
  • fertig Bilder in Mappen archivieren
  • Tisch entstauben & abwischen
Dann ging es an den Schubladenschrank, in dem meine nicht so häufig genutzten Malsachen, Unmengen an Papier sowie sonstiger Bastelkram lagern. Der Blick dort hinein war dringend nötig, um endlich wieder eine Übersicht zu haben, welches Material ich besitze und unbedingt wieder benutzen sollte denn zum Einstauben ist es zu schade.

Dabei kam auch ein vergessener Schatz in Form eines Mini-Skizzenbuchs zum Vorschein. Nicht lange vorher hatte ich darüber nachgedacht, ein Skizzenbuch in dieser Größe für das Zeichnen auf dem Weg zur Arbeit zu kaufen. Es ist also direkt in meine Bürotasche gewandert und begleitet mich nun auf der täglichen Pendelstrecke.

Bewerten!

Wenn man der langweiligen Arbeit nachgeht, kann man sich auch gleich noch einige wichtige Fragen stellen: 
  • Welche von meinen Bilder gefallen mir so gut, dass ich sie einrahmen würde? Wovon will ich mehr zeichnen/malen? Was war eher ein Flop?
  • Welche meiner Materialien nutze ich regelmäßig?  Was war ein Fehlkauf?
  • Gibt es bestimmte Präferenzen, was Farben angeht? Wie sieht meine persönliche Farbpalette aus?
  • Ist die Organisation des Zeichenplatzes meiner Arbeitsweise überhaupt noch angemessen?

Nachdenken!

Eine kleine Schelte muss ich mir auch noch geben: unüberlegte Impulskäufen bei Künstlerbedarf muss ich mir wirklich abgewöhnen. Nur weil es unschlagbar günstig ist oder ich eine fixe Idee habe, muss es noch lange nicht im Einkaufskorb landen. Bestes Beispiel: zwei 80x120m Leinwände, die mittlerweile schon zweimal mit umgezogen sind. Sie waren damals im Sonderangebot und ich dachte mir: "Hey, wäre doch cool, mal sowas Großes zu malen" – nur, dass das bis heute nicht passiert ist, weil die konkrete Idee gefehlt hat. Merke: erst nachdenken und Projekt planen, dann kaufen.

Meine kleine Aufräumaktion hat noch etwas anderes zu Tage gefördert, was ich seit ein paar Wochen vermisse: Ideen! Die Rädchen im Kopf wurden geölt und kommen langsam wieder in Gang was will ich dieses Jahr noch ausprobieren? Wie kann ich scheinbar überflüssiges Material für Illustrationen nutzen? Sollte ich nicht mal wieder meine Acrylfarben herauskramen? Das sorgte für einen nötigen kleinen Lichtblick im derzeitigen Kreatief-Loch und neue Impulse – zumindest ein kleiner Erfolg!


Welcher Typ seid ihr, Minimalist oder Horter? Räumt ihr regelmäßig auf oder quellen eure Schränke über?