Ich bin wieder in Deutschland. Auch wenn mir dieser Umstand nicht so richtig passt. Jetzt muss ich noch erzählen, was ich in den letzten zwei Wochen getrieben habe. Wie bereits erwähnt, schloss sich mein Freund für einen Urlaub an. Dabei bewegten wir uns in Kansai, dem Großraum um Kyoto und Osaka. Da wir das letzte Mal schon dort gewesen sind, fielen die meisten großen Touristenattraktionen weg und wir begaben uns auch hin und wieder abseits der ausgetretenen Pfade. Also, ich habe dieses Mal...

...das Anwesen eines Filmstars besichtigt

Nicht weit von Kyoto liegt Arashiyama, was bekannt für seinen Bambuswald und einen Affenpark ist. An einer interessanten Sache gehen aber die meisten Touristen vorbei: Ōkōchi Sansō, Villa und Gartenanlage des Stummfilmschauspielers Denjirō Ōkōchi. Er schuf sich das gesamte Anwesen als Rückzugsort vom Trubel des Filmgeschäfts. Nach seinem Tod wurde es für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Eintritt ist mit 1000 Yen recht hoch, allerdings bekommt man dafür eine Postkarte und einen Gutschein für eine Schale Grüntee dazu, den man im dazugehörigen Teehaus einnehmen kann. Es führt eine Route durch den Garten, die mehrere atemberaubende Ausblickspunkte auf Berge und Stadt umfasst. Ein Ort, den wir gar nicht mehr verlassen wollten!



...Meronpan-Aisu und KitKat-Sandwich gegessen

Zwei meiner kulinarischen Highlights! Meronpan ist ein Hefebrötchen mit einer zuckrigen Kruste aus Mürbeteig. An sich schon lecker, verkauft ein Geschäft in Kyoto Meronpan frisch aus dem Ofen mit einer ordentlichen Portion Vanilleeis. Simpel und köstlich! Witzig ist auch der Name des Ladens, den man übersetzen kann als "Das zweitleckerste ofenfrische Meronpaneis der Welt" - eine Hommage des Besitzers an seinen Lehrmeister. KitKat-Sandwich gibt es dagegen zur Zeit überall in der Fastfoodkette "First Kitchen".


 

...die Spuren der Literaturgeschichte verfolgt

In Uji wird der beste Matcha (Grüntee) des Landes hergestellt. Hier spielen aber auch die letzten Kapitel von Genji Monogatari, der "Geschichte vom Prinzen Genji" aus dem frühen 11. Jahrhundert. Das diesem gewidmete Museum in Uji ist klein, erzählt aber liebevoll mit lebensgroßen Modellen und zwei Animationsfilmen die Handlung nach. Audioführer in Englisch erleichtern es auch ausländischen Gästen, die Hintergründe zu verstehen. Außer uns waren nur Japaner da - ein echter Geheimtipp also!

Murasaki Shikibu, Autorin des ersten Romans der Literaturgeschichte

...Kirschblüten bewundert

Wir hatten das Glück, die Kirschblüte zu erleben. Besonders schön war das Hanami am Philosophenpfad in Kyoto. Beim Herumlaufen in der Stadt finden sich aber fast überall schöne Plätze.




Eines Abends stolperten wir zufällig über ein riesiges Hanamifest auf einem Schreingelände mit Fressbuden und schicker Beleuchtung der Kirschbäume. Es war toll, die ausgelassene Atmosphäre hautnah zu erfahren!

...Schloss Himeji besucht

Himeji-jo ist eines der wenigen Schlösser Japans, dass noch nie abgebrannt oder durch Naturkatastrophen zerstört wurde. Schon von weitem wirkt es sehr majestätisch und beeindruckend. Die zahlreichen Kirschbäume rundherum vertieften dieses Gefühl noch. Da es nach einer Jahre andauernden Renovierung erst vor kurzem wiedereröffnet wurde und gleichzeitig die Hanami-Saison im vollen Gange ist, waren regelrechte Menschenmassen zugegen. Um das Innere zu sehen, stand man dan stundenlang in einer Schlange, in der man auch langsam durch das Schloss gepresst wurde. Angesichts der vergleichsweise unspektakulären Gestaltung sollte man dieses Erlebnis vielleicht aussparen und nur das schöne Äußere bewundern...

...Mittagessen mit Ausblick genossen

Weil das Museum, zu dem wir eigentlich wollten, geschlossen hatte, fuhren wir spontan zum Umeda Sky Building. Dessen Aussichtsplattform, das "Floating Garden Observatory" bietet auch an einem Regentag ein nettes Ausflugsziel. Es hat etwas Beruhigendes, diese pulsierende Stadt aus etwas Entfernung und mit Überblick zu betrachten.




Das war eine Auswahl der besuchten Orte. Ausgelassen habe ich die meisten Sehenswürdigkeiten, von denen ich das letzte Mal bereits schrieb - etwa die zahmen Hirsche in Nara, der Fushimi Inari Schrein in Kyoto und Bahnhofskatze Tama in Wakayama.

Was würdet ihr in Japan gern sehen?