Die dritte Woche meines Japan-Aufenthalts habe ich allein in Kyoto verbracht. Die größte Feststellung, die ich dabei gemacht habe: ohne Begleitung zu reisen ist für mich persönlich sowas von langweilig, obwohl ich als introvertierter Mensch das Alleinsein eigentlich ziemlich schätze. So viel Neues zu sehen und zu erleben, ohne es mit jemandem direkt teilen zu können, empfand ich jedoch als wenig erstrebenswert.

Außerdem minderte es meine Bereitschaft, mich den Touristenmassen auszusetzen. Nach zwei Tagen im Zentrum Kyotos hatte ich die Nase bereits gehörig voll. Zusätzlich haben mich die zwei Wochen Dauerstress vom Sprachkurs anscheinend sehr geschlaucht, denn ich war ständig müde und kränklich. Zuerst habe ich mich ein wenig schuldig gefühlt, hier zu sein und dann lieber auf dem Futon herumzuliegen. Dann hab ich mir gesagt, dass ein wenig Erholung auch nichts Schlechtes ist, mir ein Buch gekauft (passenderweise "Essays in Idleness") und die Sonne im Park genossen.

Schließlich habe ich doch noch einen Ausflug gemacht, der meine Erkundungslust wiederhergestellt hat. Auf Empfehlung meiner Gastgeberin fuhr ich einfach mal 3 Stationen von Kyoto weg nach Ôyamazaki, Heimat der Asahi-Brauerei. Hier gab es nicht nur Natur und Wanderwege satt, auch andere Touristen haben sich glücklicherweise nicht blicken lassen.

Am ersten Tag lief ich einfach ein bisschen durch die Gegend. Besonders beeindruckend fand ich den Weg zum Kannonji-Tempel, der sich mitten im Wald befindet:





Bis auf ein paar wandernde Rentner (die übrigens äußerst freundlich gegrüßt haben) ist niemand außer mir dort gewesen, ein willkommene Abwechslung zu den überlaufenen Sehenswürdigkeiten.

Am zweiten Tag kehrte ich nochmal zurück, um mir das "Asahi Beer Oyamazaki Villa Museum of Art" anzusehen. Der Name ist zugegebenermaßen etwas seltsam, aber das Kunstmuseum war wirklich interessant. Es handelt sich um eine alte Villa mit tollem Garten und Café. Dort gab es sogar von den ausgestellten Seerosen-Bildern Claude Monets inspirierte Kuchen. Wie cool ist das denn?





Wie steht ihr zum Alleinreisen?