Japans alte Hauptstadt ist im Gegensatz zu Ōsaka besichtigungsmäßig leider etwas zu kurz gekommen. Nur zwei Tagesausflüge waren drin, und die wurden auch noch vom Wetter sabotiert. Schön war's trotzdem.

Tag 1

Kyōto ist von Ōsaka aus mit den Regionalzügen in etwa 40-50 Minuten zu erreichen. Wir sind aber zumindest am ersten Tag ganz dekadent mit dem Shinkansen gefahren, weil wir es mal erleben wollten. Für den stolzen Preis verbringt man auf dieser Strecke dann ganze 15 Minuten im Zug, aber der Komfort ist wirklich nicht zu verachten. Bei der Ankunft war ich vom Bahnhof etwas überrascht, den hätte ich mir nicht so riesig vorgestellt. Das liegt vielleicht daran, dass ich bei Kyōto immer an eine kleine traditionelle Stadt denken muss, in der alles aus Holz gebaut ist. Natürlich ist sie zwar im Gegensatz zu Tōkyō und Ōsaka klein, aber immer noch eine Millionenstadt und zum größten Teil auch nicht mehr wie im Mittelalter^^°

Bahnhof Shin-Osaka, Einfahrt des Shinkansen
Einfahrt des Shinkansen in Shin-Ōsaka
Etwas war aber doch anders als in Ōsaka gewöhnt: der Bus ist das beste Verkehrsmittel, um durch die Stadt zu kommen, es gibt nur wenige U-bahnlinien. Das Bussystem war für uns aber leider nicht unbedingt auf den ersten Blick zu durchschauen. Und wenn man dann kapiert hat, wo man hin muss UND die passende Tageskarte hat, stellt man fest, dass die Schlange für genau diesen Bus um den halben Platz reicht.  Irgendwann saßen wir aber im übervollen, stickigen, klapprigen Touristenbus auf dem Weg zum ersten Ziel: Kiyomizudera (清水寺):


Kiyomizudera Tempel in Kyoto, Japan

berühmter Blick Kiyomizudera Kyoto Japan

Kiyomizudera Tempel Japan

Der Tempel ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten und der Blick über die Stadt von der auf Holzstelzen stehenden Terasse aus ein beliebtes Fotomotiv. Außerdem gibt es einen Wasserfall, dessen Wasser Gesundheit und Erfolg verschaffen soll und einen Shintō-Schrein, der dem Gott der Liebe gewidmet ist.

Nächster Stop: Ginkaku-ji (銀閣寺), der "Tempel des silbernen Pavillons". Hier war es nicht ganz so überlaufen und der Schatten in dem wunderschönen Garten eine angenehme Abwechslung.

Ginkakuji Tempel Gebäude mit Teich in Kyoto, Japan
 
      

Weiter ging es zum noch viel berühmteren Kinkaku-ji (金閣寺). Es war mittlerweile später Nachmittag, was sich allerdings zur Betrachtung des goldenen Pavillons als gute Zeit herausgestellt hat, denn er hat im Abendlicht ganz fantastisch geleuchtet. Keine kitschige Postkarte kann die Schönheit dieses Gebäudes abbilden! Er sieht in echt viel besser aus, als ich gedacht hätte. Auch hier sind wir über das Gelände gelaufen und haben dabei eine Koi-Fütterung beobachten könne und ein paar Münzen geworfen (ich hab natürlich nicht getroffen).

Goldener Tempel Kinkakuji inmitten eines Teichs in Kyoto, Japan

Münzen werfen beim Kinkakuji, Kyoto, Japan

Dann ging es für diesen Tag zurück nach Ōsaka - reichlich erschöpft. Es war wirklich extrem heiß und das umständliche Busfahren hat sein übriges getan!

Tag 2


Zwei Tage später machten wir den zweiten Ausflug. Tags zuvor hatte es kräftig geregnet und gestürmt, aber die Ausmaße des Taifuns wurden uns erst richtig bewusst, als wir im Zug saßen. Da konnte man in der Landschaft erkennen, wie hoch das Wasser teilweise gestanden haben muss. Unser Zug brauchte wegen den Arbeiten an der Strecke sehr lange bis Kyōto. Wir kamen also mit großer Verspätung an, weswegen der größte Teil des Vormittags schon gelaufen war. Nach einem Besuch beim Postamt (Postkarten beschriften ist eine Wissenschaft für sich) und im Yodobashi Kamera (Elektronikmarkt), sowie einer seltsamen Pizza zum Mittag sollte es dann endlich zum Fushimi Inari Taisha (伏見稲荷大社) gehen.

Der Schrein ist dem Reisgott gewidmet, dessen Fuchs-Boten überall als Steinfiguren verewigt sind. Eine weitere Besonderheit sind die tausenden roten Torii-Tore, die den Berg hinaufführen. Die Atmosphäre im Wald ist regelrecht verwunschen. Durch den Regen am Vortag hatten sich überall kleine Rinnsale gebildet. Leider haben wir es nicht bis ganz nach oben geschafft. Angesichts der anbrechenden Dunkelheit und der zweifelhaften Verlässlichkeit der Bahnverbindungen an diesem Tag war es vernünftiger umzudrehen.

Fuchsstatue vor dem Fushimi Inari Taisha, Kyoto

Die roten Torii Tore des Fushimi Inari Taisha in Kyoto

Mein Fazit: Das nächste Mal muss Kyōto ein bisschen mehr Aufmerksamkeit bekommen!