Bevor die bilderlastigen Beiträge kommen, beginne ich heute mit einigen Details zur Reise, die für den ein oder anderen interessant sein könnten.

Warum Ōsaka?

"Warum wollt ihr denn nicht nach Tōkyō?" Diese Frage haben wir (Freund + ich) öfter gehört, und die Antwort ist ganz einfach: die Stadt ist uns unsympathischer als andere Gegenden. Es ist vielleicht etwas seltsam, wenn man das von einem Ort sagt, den man nicht kennt, aber gegen sein subjektives Gefühl kann man sich nicht wehren. Außerdem wäre es uns für unsere erste Reise schlicht zu groß gewesen. Ōsaka ist mit seinen fast 3 Millionen Einwohnern schon eine riesige Stadt, der Großraum Tōkyō dagegen aber noch mal eine ganz andere Kategorie. Von Ōsaka aus ist man zudem sehr schnell in den umgebenden Städten Kyōto und Nara. Das beinahe wichtigste Kriterium war aber eine dort wohnende langjährige Brief (bzw. Mail)-freundin meines Freundes, die er unbedingt mal treffen wollte. Die Entscheidung fiel demnach nicht schwer.

Der Flug

FlugzeugFlüge nach Japan sind und bleiben teuer. Man kann etwas sparen, indem man Flüge mit Umsteigen wählt, oder kleinere Airlines. Das kam schon wegen meiner Reisenervosität aber nicht in Frage. Die Flugzeit von knapp 11 Stunden strapaziert die Nerven bereits genug. Deswegen hat die Bequemlichkeit gesiegt und wir haben einen Lufthansa-Direktflug ab Frankfurt genommen. Die Flüge von dort nach Kansai International Airport starten kurz nach Mittag, was sich als sehr schlecht herausgestellt hat, weil man in Japan dann nämlich gegen 8 Uhr morgens landet. Kann man im Flieger nicht schlafen, ist man völlig übermüdet, während im Ankunftsland der Tag gerade erst begonnen hat.

Die Einreise

Reisetagebuch
Es war warm, die Luft in der Halle stickig, wir übermüdet und entnervt. Zwar kam das Gepäck schnell, in der Einreiseschlange standen wir aber eine ganze Weile. Mir flatterte unterdessen ordentlich der Kreislauf, was nicht gerade zur Stimmung beitrug. Die Kontrolle an sich war schnell erledigt: Passfoto machen, Fingerabdrücke geben, weiter zum Zoll. Dort standen wir wieder, wurden von einem Drogenhund beschnüffelt und nach einem Gespräch mit einer streng guckenden Zollbeamtin waren wir endlich offiziell eingereist! Draußen wurde mit frischer Luft auch die Laune besser und die Euphorie tat ihr übriges. Der Flughafen ist angenehm übersichtlich gestaltet, weshalb wir die Bahnsteige schnell gefunden haben. Es mussten nur noch am Automaten zwei IC-Cards gekauft werden, und wenig später saßen wir im Zug Richtung Stadt.

Das Hotel

In den zwei Wochen der Reise haben wir im "Hotel Hillarys" übernachtet. Die Lage im Stadtteil Namba ist unschlagbar: es liegen nicht nur mehrere Bahnhöfe in Laufweite, auch Dotonbori und andere Sehenswürdigkeiten ließen sich zu Fuß erreichen. Als besonders praktisch erwies sich der Seven-Eleven Supermarkt direkt im Erdgeschoss.
Das Zimmer war klein, aber gepflegt und sauber. Luxus sieht anders aus, aber für den bezahlten Preis war die Ausstattung recht gut. Das Personal war freundlich und sprach sogar passabel Englisch. Das größte Problem war eigentlich, dass der Check-In erst um 15 Uhr stattfand. Da wir gegen 10 Uhr dort eintrafen, galt es noch 5 Stunden über die Runden zu bringen. Als wir endlich in unser Zimmer konnten, waren wir gute 27 h am Stück wach. So was will ich wirklich nie wieder machen müssen!

Blick aus der Hotellobby Hotel Hillarys Osaka
Blick aus der Hotellobby. Man ignoriere den Fettfleck auf der Scheibe.

Das Wetter

Wir hatten uns den September als Reisemonat ausgesucht, weil wir gehofft hatten, der schwülen Sommerhitze Japans zu entgehen. Dieser Plan ist nicht aufgegangen: bis auf 2-3 Tage waren es immer an die 30 Grad, dazu meistens sehr schwül. Keine einzige meiner mitgeschleppten Jacken habe ich gebraucht. Nun gut, bis auf einmal: da hat ein Taifun über der Region gewütet, was mit zweitägigem Dauerregen und Orkanböen einherging. Das ganze hat auch ziemliches Chaos in Form von Überschwemmungen gestiftet.
Sonnencreme und Mückenschutz sollte man keinesfalls vergessen! Ich hab mir gleich am zweiten Tag nicht nur einen leichten Sonnenbrand eingehandelt, sondern auch die schlimmsten Mückenstiche meines Lebens. Eine gute Woche waren danach meine Beine angeschwollen. Ein Strohhut, den ich eigentlich nur vorsichtshalber eingepackt hatte, hat sich ebenso als nützlicher Helfer gegen die Sonnenstrahlung erwiesen.

So viel zum vielleicht noch etwas trockenen Vorgeplänkel. In den nächsten Teilen beschäftige ich mich mit Katzen, Fressalien, Zugfahren und der ein oder anderen Sehenswürdigkeit!