Es muss schon viel passieren, damit ich freiwillig meine gewohnte Umgebung verlasse, lange Zugfahrten allein auf mich nehme und mich schließlich in eine stickige Konzerthalle mit sehr vielen Menschen setze. Eine „The Legend of Zelda“ Symphonie zum Beispiel.

Konzerthalle Zelda: Symphony of the Goddesses

Denn was für andere nur eine Videospielreihe unter vielen ist, bewohnt einen ganz besondern Platz in meinem Herzen. Die Faszination für die epische Geschichte lebt in der begleitenden Spielmusik immer wieder auf. Wenn es etwas gibt, beim ich nie müde werde, es zu hören, dann ist es Zelda-Musik! Die Freude war demnach ziemlich groß, als bekannt wurde, dass die Tour der "Symphony of the Goddesses" auch für ein Konzert nach Deutschland kommen wird. Verpassen war ganz unmöglich!

Ende Mai fuhr ich also samt Freund nach Berlin, um die geliebten Melodien live zu erleben. Als wir am Tempodrom ankamen, die erste Überwältigung:  eine Masse Menschen in Zelda-Shirts, ein paar Cosplayer und noch mehr freudige Erwartung. Was kann es besseres geben als eine Halle voller Leute, die die eigene Leidenschaft verstehen? (Und die Streetpass-Funktion des 3DS glühen ließen, hehe.)

Die letzten Sekunden bevor es los ging war ich so unglaublich aufgeregt, dass mein Herz pochte bis zum Hals. Dann folgte die zweite Überwältigung: schon während der ersten Takte der Overtüre war es schwer für mich, die Tränen zurückzuhalten. Ich war einfach nur vollkommen ergriffen von der Macht des Orchesters. Das positive Gefühl setzte sich auch mit den folgenden Movements fort. Es war toll zu sehen, wie die Dirigentin Eímear Noone mit so viel Freude dabei war. Zwar kannte ich viele der Kompositionen bereits, aber sie in dieser Intensität fühlen zu können, war wirklich beeindruckend.

Wenn der Produzent zwischen den einzelnen Movements auf die Bühne kam, das Programm erklärte, Witze und Anspielungen machte, alle lachten und klatschten, man gemeinsam über geliebte Charaktere schmunzelte und an bewegende Momente der Spielgeschichte zurückdachte, war das so ungemein schön. Video und Beleuchtung waren sehr gut auf die gespielten Stücke abgestimmt und trugen ungemein zur Atmosphäre bei. Der anhaltende Applaus zum Ende der eigentlichen Symphonie war wirklich berechtigt. Mit ganzen drei Zugaben wurde das Konzert aber noch perfekt abgerundet, denn auch das bis jetzt fehlende Majoras Mask und die Ballade vom Windfisch (♥)  erhielten ihren verdienten Platz im Programm.

Eintrittskarte mit kleinem Herzcontainer
Ein Herz(teil) für Zelda
Man merkt: wenn es um Zelda geht, werde ich emotional. Den teuren Kartenpreis bezahlt zu haben, bereue ich überhaupt nicht, sondern habe sogar noch überteuertes Merchandising gekauft. Wenn schon, denn schon! Da ich sonst keine Konzerte besuche, war das Gesamterlebnis Symphonie eine ganz ungewohnte Erfahrung, von der ich aber lange zehren werde. Sollte die angekündigte „2.Staffel“ der Tour wieder nach Deutschland kommen, so werde ich dem Abenteuer sicher auf ein Neues beiwohnen.